Gruppe aus Nordkreis setzt sich für Anschaffung der Tiere zur Pflege von Heideflächen ein

Ruf nach einer Schnucken-Herde

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Für die Anschaffung einer Heidschnucken-Herde wie dieser im Foto macht sich eine Gruppe um den Suderwittinger Hans-Günther Michels stark – für die Pflege von Heideflächen in Groß Oesingen, Repke und Bokel. 

Groß Oesingen/Repke/Bokel. Hans-Günther Michels aus Suderwittingen und eine Gruppe von Mitstreitern haben beim Landkreis Gifhorn einen Förderantrag gestellt: Aus ihrer Sicht sollte eine Wander-Heidschnucken-Herde angeschafft werden.

Diese soll 130 Hektar Heideflächen in Groß Oesingen im Heiligen Hain, in Repke sowie in Bokel  pflegen. Der Vorschlag sieht etwa 400 Mutterschafe vor. Um Wolfsrisse zu vermeiden, sei je ein „Pferch von exzellenter Sicherheitsqualität“ nötig, da die Entfernung der drei Standorte keine tägliche Rückkehr zum Stall im Heiligen Hain zulasse. Die Anstellung eines Schäfers solle über den Schafzuchtverband ausgelotet werden. Möglicherweise könne die Fremdenverkehrsbranche miteinbezogen werden.

„Die Heidepflege durch eine Schafherde ist grundsätzlich sinnvoll und auch aus touristischer Sicht wünschenswert“, sagt Landrat Dr. Andreas Ebel zur ersten Ideenskizze in dem Antrag. Allerdings gebe es diverse Rahmenbedingungen zu beachten, die den Tierschutz, den Schutz der Heide und auch wirtschaftliche Aspekte beinhalten.

Ebel weist daraufhin, dass die Naturschutzgebiete „Heiliger Hain“, „Rössenbergheide-Külsenmoor“ und „Bokeler Heide“ bereits an einen hiesigen Schafhalter verpachtet seien: Sie würden in nächster Zukunft daher nicht zur Verfügung stehen. „Insofern verblieben gegebenenfalls die Schnuckenheide in Repke, das Heideblütental in Bokel und Heideflächen am Segelflugplatz Ummern“, sagt Ebel. Auch Grünlandflächen als zusätzliche Weide wären erforderlich.

Als Fördermöglichkeiten stehen laut dem Landrat für die Beweidung von Heide- und Magerrasenflächen im Rahmen der Agrarumweltmaßnahmen Zahlungen in Höhe von 150 Euro pro Hektar und Jahr zur Verfügung. Eine KMU-Förderung für notwendige Investitionen in Höhe von 10 Prozent der Investitionskosten käme eventuell in Frage. Auch eine Leader-Förderung könnte geprüft werden. „Bei diesen Investitionszuschüssen handelt es sich allerdings um eine reine Anschubfinanzierung und nicht um eine dauerhafte Bezuschussung eines Betriebes“, so Ebel. Im Vorfeld seien also noch einige Fragen zu klären, bevor über das Ob und Wie einer Schnucken-Herde entschieden werden könne.

Von Paul Gerlach

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