Wesendorf: Blockheizkraftwerk auf Deponiegelände produziert keinen Strom mehr / Neue Gasfackel angeschafft

Dem Müll geht das Methan aus

+
Der Müll auf der ehemaligen Deponie in Wesendorf hat mittlerweile einen zu geringen Methangehalt – Stromgewinnung ist so nicht mehr rentabel.

Wesendorf. Strom produziert das Blockheizkraftwerk aus den Gasen der ehemaligen Deponie in Wesendorf nicht mehr. Der Müllberg setzt nicht mehr genügend Methangas frei, um damit das Kraftwerk zur Stromproduktion betreiben zu können.

„Gas, das wir nun aus den Gasbrunnen pumpen besitzt einen zu geringen Methangehalt, dadurch ist die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben“, erklärt Torsten Möllenbernd vom Kreis-Umweltamt.

Im August 2009 ging das Kraftwerk auf der stillgelegten Hausmüll-Deponie in Wesendorf ans Netz. Mit dem aus den Zersetzungsprozessen in der Deponie entstehenden Gasen könnten rund 500 Haushalte mit Strom versorgt werden, hieß es damals. Bei Vollauslastung konnte es etwa 254 Kilowatt Strom in der Stunde ins Netz speisen. Bis 2020, so hofften der Landkreis und der Deponiebetreiber Remondis seinerzeit, könnte das Krafwerk ökologisch sauberen Strom produzieren. Möllenbernd hingegen sagt auf IK-Anfrage, dass bei der Planung immer von fünf bis acht Jahren ausgegangen wurde. „Denn irgendwann nimmt der Methangehalt naturgemäß ab“, erklärt er. Das zeigen auch die Zahlen. Erzeugte das Kraftwerk im Jahre 2010 noch 1,4 Millionen Kilowattstunden Strom, waren es 2013 nur noch 860 000, die Hochrechnung für 2014 betrage sogar nur noch rund 750 000 Kilowattstunden.

Zudem hätte eine Weiterführung der Gas-Verwertung den weiteren Zeitplan der Deponiestillegung verzögert, die mit der Endabdeckung im Jahre 2025 abgeschlossen werden soll. Was wiederum Mehrkosten verursacht hätte. „Es fallen ja auch Betriebskosten an. Eine Deponiestillegung ist eine Frage von Millionen“, informiert Möllenbernd.

Deswegen werde das jetzt noch anfallende Gas aus der stillgelegten Deponie nicht mehr weiterverwertet, sondern abgefackelt. [...]

Von Steffen Schmidt und Jens Schopp

Der komplette Artikel steht heute in der gedruckten sowie auch in der digitalen Ausgabe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare