Mühlenfreunde verjüngen ihren Vorstand bei Jahreshauptversammlung

Bald Videoführung durch Wahrenholzer Mühle

Bei der Jahreshauptversammlung haben die Wahrenholzer Mühlenfreunde ihren Vorstand wieder vollständig besetzen können.
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Der Vorstand der Wahrenholzer Mühlenfreunde ist mit dem neuen 2. Vorsitzenden Alex Kusmin (3. v. r.) und der Beisitzerin Ahdia Kusmin-Niazi (5. v. r.) wieder komplett.
  • Dennis Klüting
    VonDennis Klüting
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Wahrenholz – Über junge Verstärkung im Vorstand freuten sich die Wahrenholzer Mühlenfreunde bei ihrer jüngsten Mitgliederversammlung. Denn dem Verein fehlt nach wie vor Nachwuchs, weswegen künftige Veranstaltungen wohl auch anders als bisher gestaltet werden sollen.

Vorsitzender Wilhelm Warneboldt erklärte in seinem Bericht: „Durch Corona ist für unseren Verein eine schwierige Situation entstanden. Viele Veranstaltungen mussten verschoben oder ganz abgesagt werden.“ So musste ja auch die Mitgliederversammlung, die normalerweise im März stattfindet, verschoben werden. In der Zwischenzeit habe sich der Verein neuen Projekten gewidmet: Es ist eine neue Homepage entstanden, die in den nächsten Tagen freigeschaltet werden soll. Zudem wurden in Zusammenarbeit mit der Medienwerkstatt Isenhagener Land Filmaufnahmen für eine digitale Führung gemacht. Diese wurden den Mitgliedern auch zum Abschluss der Versammlung vorgeführt. „Ich hoffe nur, dass wir bald den Weg zurück in die Normalität finden und auch wieder Führungen anbieten können“, schloss Warneboldt.

Solide Finanzen

Dies griff Geschäftsführer Werner Potratz direkt auf: „Ja, es ist besonders bedauerlich, dass wir keine Schulklassen durch die Mühle führen konnten.“ Finanziell sei der Verein gut aufgestellt: In 2020 konnten die Mühlenfreunde einen Überschuss von rund 180 Euro verzeichnen. „In einem solchen Jahr ist das eine klasse Leistung“, urteilte Potratz.

Auch für das diesjährige Weinfest konnte Potratz schon Zahlen vorlegen: „Wir können uns über Einnahmen von 11 875 Euro freuen – ein Bombenerfolg!“ Abzüglich aller Kosten bedeute dies einen Überschuss von etwa 5000 Euro. „Unser Verein steht damit auf gesunden Füßen“, so Potratz. Anders sehe es dagegen bei der Mitgliederzahl aus: Die Mühlenfreunde haben derzeit 81 aktive Mitglieder. „Wir brauchen Nachwuchs“, so Potratz.

Umso mehr freuten sich die Vereinsmitglieder, dass sich mit Alex Kusmin ein junger Nachfolger für Susanne Pasemann für den zweiten Vorsitz zur Verfügung stellte. Seine Frau Ahdia Kusmin-Niazi wurde, wie ihr Mann ebenfalls einstimmig, zur sechsten Beisitzerin gewählt. „Damit ist unser Vorstand wieder komplett“, sagte Warneboldt zufrieden.

Ebenfalls einstimmig beschlossen die Mühlenfreunde eine Satzungsänderung: Der Verein kann nun Ehrenmitglieder ernennen. Diese verfügen über Stimmrecht, sind aber von der Beitragszahlung befreit. „Unser Verein besteht im kommenden Jahr 25 Jahre“, erklärte Potratz. „Wir müssen die Änderungen im Vorstand sowieso zum Notar geben, das können wir direkt mit machen lassen.“

Neuausrichtung für Veranstaltungen

Nach wie vor sei es schwierig, für Veranstaltungen wie das Mühlenfest und das Weinfest genügend Helfer zu finden – zumal es sich bei vielen Vereinsmitgliedern um Senioren handelt. „Wir müssen das künftig anders gestalten und nicht alles selbst machen“, sagte Potratz. „So einen Andrang wie jetzt beim Weinfest werden wir voraussichtlich nie wieder haben. Trotzdem: Von den 22 Helfern beim Weinfest waren 12 nicht aus dem Verein. Das zeigt, dass wir uns künftig einfach anders für solche Veranstaltungen aufstellen müssen.“ Denn in 2022 werde der Verein 25 Jahre alt – das wolle man auch gern feiern. Ob dies im Rahmen einer der anderen Veranstaltungen geschehen oder eine eigenständige Veranstaltung sein soll, müsse noch geklärt werden. „Wichtig ist, dass wir die Führungen von Schulklassen wieder ankurbeln. Dann können wir auch wieder Eltern ansprechen, ob sie uns vielleicht unterstützen möchten.“ Abschließend betonte Potratz den guten Zustand, in dem sich die historische Wassermühle befindet, und dankte der Gemeinde, dass sie sich damals für den Kauf des historischen Gebäudes entschieden hatte.

Dank für Engagement

Bürgermeister Herbert Pieper lobte das Zusammenleben mit den Mühlenfreunden, das sich mit dem anstehenden Umzug der Gemeinde in die Alte Schmiede ja dem Ende zuneige. „Ich freue mich immer, wenn ich aus Richtung Schönewörde nach Wahrenholz hereinfahre und als erstes das drehende Mühlrad sehe“, sagte Pieper. Er dankte den Vereinsmitgliedern für ihr großes Engagement. In Sachen Nachnutzung der Mühle gebe es noch keine Neuigkeiten, er wolle sich aber für eine touristische Nutzung einsetzen. „Die Sanierung der Kornscheune als Domizil für die Schlepperfreunde sorgt jedenfalls für eine Belebung des Umfelds“, zeigte sich Pieper überzeugt. Bei Veranstaltungen ließen sich die historischen Fahrzeuge der Schlepperfreunde sicherlich einbinden und könnten so eine weitere Attraktion schaffen. „Vielleicht könnte man gemeinsam auch so etwas wie ein Dreschfest auf die Beine stellen“ regte der Bürgermeister an.

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