Ummern: Umfassende Diskussion um Aufstellung der Verwaltung mit Marc Bludau als Verwaltungsvertreter

Mirijam Müller ist Bürgermeisterin

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Mirijam Müller wurde am Mittwochabend zur neuen Bürgermeisterin Ummerns gewählt. Ihr zur Seite stehen – sowohl im übertragenen als auch hier im wortwörtlichen Sinn – ihr Stellvertreter Jürgen Laue jun. (r.) und Verwaltungsvertreter Marc Bludau. 

Ummern. Ummern hat eine neue Bürgermeisterin: Mirijam Müller (FWU) wurde bei der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend mit sechs Stimmen im prall gefüllten Saal des Gemeindezentrums gewählt, Tobias Heilmann (SPD) kam auf fünf Stimmen.

Gleichzeitig wurde ein neues Modell für die Verwaltung beschlossen: Der Erste Samtgemeinderat Marc Bludau steht Müller künftig als Verwaltungsvertreter zur Seite.

Der stellvertretende Bürgermeister, Jürgen Laue jun. (FWU), eröffnete die Sitzung und machte seiner Tochter Lena sein Geburtstagsgeschenk: Sie durfte Protokoll führen. Bei der Feststellung des Sitzverlustes von Otto Wagener (WGU) wünschten Heilmann und Laue diesem – in Abwesenheit – alles Gute für seine Gesundheit und dankten ihm für sein Engagement. Für Wagener rückte Wolfgang Müller (WGU) in den Rat nach.

Vor der Nominierung der Kandidaten sprach Heilmann sein Bedauern über den Ablauf aus: „Ich finde es sehr schade, dass wir so spät von der Mandatsniederlegung informiert worden sind und überhaupt nicht in die Gespräche um eine Nachfolge involviert wurden.“ Heilmann kritisierte, dass die von der WGU gefundene Lösung an anderen Stellen dafür sehr offen kommuniziert und bereits als feststehender Fakt dargestellt wurde. Er betonte: „Wir sind aber bereit, konstruktiv mitzuarbeiten und hoffen, dass das künftig anders läuft.“ Laue räumte Fehler ein: „Da hast Du recht, da ist wirklich einiges schiefgegangen. Dafür entschuldige ich mich im Namen meiner Fraktion.“ Die WGU nominierte Mirijam Müller, die SPD Tobias Heilmann. Müller siegte mit sechs zu fünf Stimmen.

Der Verwaltungsausschuss setzt sich nun aus Mirijam Müller, Jürgen Laue jun. und Tobias Heilmann zusammen. Laue wurde einstimmig als stellvertretender Bürgermeister bestätigt. Ralph Müller (WGU) gab seinen Sitz im Bauausschuss an Wolfgang Müller ab. „Es mag vielleicht merkwürdig erscheinen, dass ich, der die Gründung dieses Ausschusses angeregt hat, jetzt daraus zurück tritt. Aber mit Wolfgang haben wir hier einen Mann vom Fach, der im Ausschuss wirklich viel beitragen kann. Daher trete ich einen Schritt zurück.“

Marc Bludau wurde mit sechs zu fünf Stimmen zum Verwaltungsvertreter gewählt. Die SPD sprach sich gegen das von der WGU vorgeschlagene Modell aus, in dem Bludau als Verwaltungsvertreter fungiert. Dieses sieht kosten von netto 1300 Euro pro Monat vor. „Auch hier hat es leider keine Absprache gegeben“, bedauerte Heilmann. Er monierte dass diese Lösung zu teuer sei und die Gemeinde mit einer 450-Euro-Kraft für die gesamte Amtsperiode rund 48 000 Euro sparen könne. Ralph Müller führte an, dass bei einer 450-Euro-Kraft weniger Stunden Arbeit in der Gemeinde verrichtet werden könnten, als Bludau es könnte. Somit würde mehr Arbeit für die Bürgermeisterin anfallen. Daher passe die von Heilmann aufgestellte Rechnung nicht.

Elke Flessenkämper (SPD) warf ein: „Ich sehe da auch noch eine soziale Komponente: Es geht auch darum, Arbeitsplätze zu schaffen, hier dabei auch noch in einer klassischen Frauendomäne. Wenn wir schon in der eigenen Verwaltung keine Arbeitsplätze schaffen können, wie können wir diese Botschaft dann nach außen tragen?“ Ralph Müller pflichtete ihr bei: „Da gebe ich Dir recht. Aber aus meiner Sicht muss da eine Fachkraft ran. Und so eine für nur ein paar Stunden pro Woche zu bekommen, könnte schwierig werden. Und eine Fachkraft, die nebenberuflich hier tätig ist, könnte sich als nicht so flexibel herausstellen.“ Heilmann merkt an: „Für mich ist das ein erster Schritt in Richtung Einheitsgemeinde. Den will ich nicht mitgehen.“ Er betonte, dass es sich seine Kritik aber keinesfalls gegen Bludau persönlich richte. Der Gemeinderat sprach sich mit sechs Stimmen und fünf Gegenstimmen mehrheitlich für die vorgeschlagene Regelung mit Bludau als Verwaltungsvertreter aus.

Von Dennis Klüting

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