Einwand für RROP-Änderung kann Chance für Wahrenholz bedeuten

Mindestabstand auf dem Prüfstand

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Die bestehenden Windräder zwischen Wahrenholz und Westerholz unterschreiten den aktuell zulässigen Mindestabstand zur Wohnbebauung. Dass sie dennoch als Grundlage für die neuen Flächen dienen dürfen, irritiert Bürgermeister Herbert Pieper.

Wahrenholz. Eigentlich sollte die Änderung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) durch den Regionalverband Großraum Braunschweig längst beschlossen sein.

Doch das Amt für regionale Landesentwicklung hatte Einwände, die Beschlussfassung wurde verschoben (das IK berichtet). Während dies für einige Kommunen wie Steinhorst Verzögerungen in der Planung bedeutet, ist es für Wahrenholz eine neue Chance: Die Gemeinde hatte sich gegen eine der Teilflächen ausgesprochen, da eine Nutzung für Windenergie auf dieser Fläche das Wachstum des Ortes beeinträchtige.

Herbert Pieper

„Wir sind da etwas zweigeteilt“, sagte Bürgermeister Herbert Pieper im IK-Gespräch. „Wir sind definitiv für die Windenergie. Nur die eine Teilfläche halten wir für ungeeignet. Eine ändere könnte aber sogar noch größer ausfallen.“ Bei der einen Teilfläche werde nämlich der Mindestabstand von 1000 Meter zur Wohnbebauung nicht eingehalten – ebensowenig wie die Mindestgröße der Fläche von 50 Hektar. Diese Einwände hatte Pieper dem Regionalverband auch schon persönlich vorgebracht. Ihm wurde allerdings gesagt, dass wegen der bereits bestehenden Windkraftanlagen eine Ausnahmeregelung greife. „Dass die bereits bestehenden Anlagen diese Voraussetzungen auch schon nicht erfüllen, aber dennoch als Grundlage für die neuen Flächen dienen können, ist mir unverständlich, einfach nicht logisch“, erklärte Pieper.

Das Amt für regionale Landesentwicklung hatte bei seiner Kritik an der geplanten Änderung des Regionalen Raumordnungsprogrammes auch die Unterschreitung von Mindestabständen im Altbestand angesprochen. Ob und wenn ja, welche Änderungen sich durch die Verhandlungen zwischen Amt und Regionalverband ergeben könnten, ist noch unklar.

Entsprechend halten sich Piepers Erwartungen in Grenzen: „Ich frage mich, wie eine erneute Auslegung eine Änderung bewirken soll, wenn es schon beim vorherigen Verfahren nicht geklappt hat.“ Dennoch hoffe er natürlich weiterhin auf eine Änderung, damit die Windräder an günstigerer Stelle entstehen und Wahrenholz ungehindert wachsen kann.

Von Dennis Klüting

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