Landkreis federführend bei Modellvorhaben mit Wesendorfer Beteiligung

Mehr Klimaschutz im Kuhstall?

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Unterzeichneten die Kooperationsvereinbarung: René Weber (Samtgemeinde Wesendorf, vorn, v.l.), Ludwig Pleus (Herzlake), Dr. Andreas Ebel (Landkreis Gifhorn), dahinter Michael Kaiser (Hardegsen) und Susanne Glombitza (Nörten-Hardenberg). 

Wesendorf/Gifhorn – In der Landwirtschaft sehen Experten ein großes Potenzial für die Vermeidung von Treibhausgasen – was das in der Praxis des Bauernhof-Alltags bedeuten könnte, das soll jetzt in der Samtgemeinde Wesendorf untersucht werden.

Die Kommune ist Teil eines Projektes, das auf den etwas sperrigen Titel „Klima-Allianz Dorfentwicklung und Landwirtschaft“ hört. Der Landkreis Gifhorn als Projektträger hat Dienstag mit weiteren Partnern eine Kooperationsvereinbarung für das Modellvorhaben unterschrieben.

Die CO2-Vermeidung in der Landwirtschaft soll unter dem Dach der Dorfentwicklungsplanung vorangetrieben werden. Wahrenholz und Schönewörde machen als Dorfregion bereits gemeinsame Pläne, die Frage des Klimaschutzes soll nun aber mit Landwirten aus der ganzen Samtgemeinde diskutiert werden – in den beiden Orten allein wäre die Basis nicht groß genug, wie Samtgemeindebürgermeister René Weber erläuterte.

Bei einem ersten Treffen im Herbst letzten Jahres waren laut Weber 20 Landwirte aus der Samtgemeinde eingeladen, 15 erklärten sich zur Teilnahme an dem Projekt bereit. Der Landkreis, der die Koordinierung übernimmt, hat auch das Landvolk in das Vorhaben eingebunden. Kreisrat Mirco Schmidt verhehlte Dienstag nicht, dass es in der Branche freilich auch Vorbehalte gebe, gleichzeitig böten sich aber für die Betriebe „viele Chancen“.

Worum es konkret gehen könnte, das erläuterte der Wirtschaftsförderer des Landkreises, Jörg Burmeister: Man wolle einen „ganzheitlichen Ansatz“ verfolgen und dabei untersuchen, wie sich landwirtschaftliche Prozesse mit Blick auf den Klimaschutz optimieren lassen. Ein mögliches Thema, so hieß es, ist beispielsweise die gängige Erzeugung von Druckluft – ein Prozess, für den viel Energie aufgewendet werden muss. Zudem könnte es auch um die Vermeidung von Wegen und die energetische Nutzung von Reststoffen gehen oder darum, wie Milch mit optimalem Energieeinsatz auf Transporttemperatur heruntergekühlt wird.

Mitunter könnten Verbesserungen für den Klimaschutz mit Investitionen für den Landwirt verbunden sein. Ein Zuschussprogramm für solche Ausgaben ist das Modellvorhaben allerdings nicht – der Fokus liegt darauf, Beratung für einzelbetriebliche Maßnahmen zur Verfügung zu stellen.

Eine Zielgröße, wie viel CO2-Einsparung am Ende erreicht werden soll, gibt es nicht. Vom Braunschweiger Amt für regionale Landesentwicklung fließen rund 100 000 Euro an Fördermitteln für das Modellvorhaben, an dem auch die Samtgemeinde Herzlake aus dem Emsland sowie die Stadt Hardegsen und der Flecken Nörten-Hardenberg beteiligt sind. „Im Rahmen dieser Allianz können wir Kräfte bündeln, um gemeinsam Wege aufzuzeigen, wie wir die Klimabilanz in den Dorfregionen und darüber hinaus bündeln können“, sagte Gifhorns Landrat Dr. Andreas Ebel.

Eine Evaluation soll am Ende des Projektzeitraums zeigen, welche Maßnahmen landesweit angewendet werden können.

VON HOLGER BODEN

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