Bauausschuss der Samtgemeinde berät

Maßnahmen an der G 10 bei Weißes Moor: „Ein Fass ohne Boden“

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Altes Flickwerk und neue Risse: Die G 10 bei Weißes Moor weist immer neue Schäden auf, wie der Bauausschuss der Samtgemeinde Wesendorf bei seiner gestrigen Bereisung feststellte.

Wesendorf/Weißes Moor – Risse, Bodenwellen und beschädigte Seitenräume: Vom Zustand der G 10 bei Weißes Moor überzeugte sich der Bauausschuss der Samtgemeinde Wesendorf gestern vor Ort. „Guter Rat ist teuer“, urteilte Ausschussvorsitzender Friedrich Prilop.

Verwaltungsseitig wurde eine Sanierung für 93.000 Euro vorgeschlagen.

„Wir vergraben hier nur Geld“, kritisierte Ernst Pape. „Das ist ein Fass ohne Boden. Egal, wie viel wir investieren, in den Griff kriegen wir die Straße nicht.“ Pape schlug vor, die Straße möglichst unattraktiv zu machen: „Lassen wir sie, wie sie ist, und reduzieren die Geschwindigkeit dort auf 10 Stundenkilometer!“

Auch Herbert Pieper sah in der von der Verwaltung vorgeschlagenen Sanierung keine nachhaltige Lösung. Er schlug eine abgespeckte Sanierung vor, bei der die Bodenwellen abgefräst und die Fahrbahn in dem Bereich erneuert wird. Dagegen sprach sich Samtgemeindebürgermeister René Weber aus, der nicht damit einverstanden war, dass „bei den Bodenwellen heile Fahrbahn weggefräst wird, während die Löcher, wo die Fahrbahn kaputt ist, aufgefüllt werden“.

Bauamtsleiter Ingold Blume gab zu bedenken, dass lediglich eine Sanierung der Fahrbahn keinen weiterbringe: „Wir müssen auch den Seitenbereich angehen.“

Weber erklärte, dass es auch die Möglichkeit gäbe, die Straße in eine Anliegerstraße umzuwandeln und sie so dem überörtlichen Verkehr zu entziehen. Er selbst wie auch Pieper sprachen sich jedoch gegen diese Möglichkeit aus, die für viele Pendler einen täglichen Umweg bedeuten würde.

Jürgen Schulze sprach sich dafür aus, die Straße unattraktiver zu machen. „Wenn wir feststellen, dass uns das finanziell auffrisst, haben wir doch keine andere Wahl.“

Der Ausschuss blieb bei der Frage nach einer möglichen Sanierung gespalten. „Wir stehen vor einem Dilemma“, sagte Prilop. Bei der Frage nach Tempo 30 waren sich die Kommunalpolitiker größtenteils einig – auch, wenn einige gleich gern einen Antrag für die gesamte Straße gestellt hätten. Das Tempo soll nun von 60 auf 30 bis Weißes Moor reduziert werden. An den Bodenwellen sollen sogar nur 10 Stundenkilometer zulässig sein, um die Gefährdung so gering wie möglich zu halten.

Die Verwaltung soll nun Preise für eine abgespeckte Sanierung ermitteln. „Wirklich befriedigend ist das nicht, aber es nützt nichts – wir müssen da jetzt irgendwie ran“, sagte Prilop.

VON DENNIS KLÜTING

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