„Eher lädiert als liiert“: Kabarettist Nepo Fitz lässt in Wesendorf das starke Geschlecht ganz schwach aussehen

Männer: Seit der Steinzeit unverändert

Nepo Fitz gab sich in Wesendorf zwar eher monothematisch, aber variabel auf der Bühne. Fotos: Ohse

Wesendorf. Das alte Thema, Männer und Frauen, hatte sich Nepo Fitz am Samstagabend auf die Fahnen geschrieben.

Im Rahmen der „Heißen Kartoffeln“ echauffierte sich der Sohn der Kabarettistin Lisa Fitz tanzend, musizierend und Klavier spielend auf der Bühne im Wesendorfer Kulturzentrum und bediente viele Klischees, zur Freude des Publikums.

Fitz’ These: Männer sind eher primitive Wesen, die sich seit der Steinzeit im Prinzip nicht verändert haben und die eigentlich nur schnackseln wollen und sonst nichts. Während die Frauen mit der Prinzenschablone durch die Gegend laufen und die Männer scannen. Natürlich passt niemand genau in das Profil des Prinzen, aber „das schaffen wir schon“, so der Spruch der Frauen, wenn ein Mannsbild halbwegs passt. Lachen hörte man an diesen Stellen fast nur von den weiblichen Gästen – ob vor dem Hintergrund eigener Erfahrung, das blieb am Samstagabend unklar.

Fitz skizzierte das männliche Leben in 14 Stationen, eine immer freudloser als die andere. Im Leben unterdrückt, in einer Beziehung, die in einem farblosen Leben in einer anonymen Reihenhaussiedlung mit gleich gestalteten Klingelschildern, auf drei Millimeter gemähtem Rasen und geordneten Beeten im Vorgarten geführt wird. Da bleibt fast nur das unspannende Leben als Siedlungscowboy, wenn das Haus nach Fengshui eingerichtet worden ist und das Leben zwischen Kuschelrock und Delphinfliesen begonnen hat.

Man ist eben „eher lädiert als liiert“, so Fitz. Denn das Motto der Frauen lautet, man soll die Männer nehmen, wie sie sind, aber nicht so lassen. Weiteres Ungemach droht im Fitz’schen Kosmos durch die ungefragten Tipps der Schwiegermutter sowie Hund und Katze als Vorstufe zum Kinderzeugen. Und dann geht es weiter, wenn Samuel und Chrystal-Alicia da sind und man die Abende im Dolby Surround System vor der Flat Screen verbringt.

Dazu stellt Fitz den Mann noch als Trottel da, wenn es darum geht, eine Beziehung zu beenden oder einem anderen die Frau auszuspannen. Doch auch hier mutiert die neue, große Liebe zu dem, was man schon kennt. „Wenn Sie wissen wollen, wie diese Beziehung ausgegangen ist, dann schauen Sie sich den Anfang des heutigen Abends an“, meint der Kabarettist, der zwischendurch auch eine Hitler-Karikatur auf die Bühne bringt. Ein Seitenhieb auf Preußen fehlt aus dem bajuwarischen Mund ebenso wenig.

Bei der Frage, ob jemand im Saal ebenfalls in einer Reihenhaussiedlung wohnt, meldet sich niemand im Wesendorfer Publikum. Da besteht die berechtigte Hoffnung, dass Männer und Beziehungen nur in Niederbayern so sind, wie von Fitz skizziert.

Von Burkhard Ohse

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