Landwirtschaftsminister Christian Meyer besucht Hoffest von Familie Nabein

Lob für Teichguter Betrieb

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Stippvisite beim Hoffest: Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (rechts) ließ sich gestern von Inhaber Werner Nabein (Mitte) den Teichguter Fischzuchtbetrieb erläutern.

Teichgut. Eines muss man Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer lassen: Er ist auf die Minute pünktlich. Genau zum angekündigten Zeitpunkt um 10. 30 Uhr betritt der Grünen-Politiker gestern den Hof des Fischzuchtbetriebes von Werner Nabein in Teichgut.

Es ist eine besondere Ehre für den Betrieb und die Besucher des Hoffests, denn wenig später eröffnet Meyer dort, stellvertretend für das gesamte Land, die niedersächsische Karpfensaison, die bis zum Frühjahr 2014 dauert.

Doch zunächst sind die Gastgeber ein wenig in Sorge um den Minister. Trotz kühler 12 Grad und eines frischen Windes, der über die Teiche weht, trägt Meyer keine Jacke, sondern nur ein Hemd mit Sakko. Und so bietet Steffen Göckemeyer von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen dem Gast eine wärmende Fleecejacke an. Der Minister lehnt aber freundlich ab. „Vielen Dank, das kriege ich schon hin“, sagt er. Hat ihn etwa der raue Wind, der ihm derzeit in Hannover entgegenweht, abgehärtet? Das jedenfalls mutmaßt ein Besucher des Hoffests leise. Wie berichtet, hat sich am Freitag voriger Woche ein Untersuchungsausschuss zur Aufklärung der so genannten Dienstwagen-Affäre um Meyers ehemaligen Staatssekretär Udo Paschedag konstituiert.

Doch die Wirren auf landespolitischer Ebene sind beim gestrigen Besuch in Teichgut kein Thema. Gut gelaunt und interessiert lässt sich der Minister von Nabein über die 56 Hektar große Anlage führen. Karpfen, Schleien, Hechte, Zander und weitere Fischarten mit einem Gesamtertrag von 10 000 bis 12 000 Kilogramm tummeln sich dort in mehr als 20 Teichen, erfährt Meyer auf einer Planwagenfahrt.

Es folgt ein Hofrundgang, bei dem eine Karpfenhalle besichtigt wird. „Das ist schon die frische Ernte“, sagt Nabein und zeigt auf die Becken mit den quirlig umherschwimmenden Fischen. Kurzerhand reicht der Teichguter dem Gast einen Kescher und lädt ihn zum persönlichen Abfischen ein. Aber das möchte Meyer dann doch lieber nicht. „Nein, machen Sie mal ruhig“, weist er Nabeins Angebot schmunzelnd zurück.

Anschließend probiert er frisches Karpfengyros mit Knoblauchsoße aus eigener Herstellung. „Schmeckt sehr gut“, lobt Meyer den Geschmack und die Zubereitungsform des Fisches. Außerdem bricht der Agrarminister im IK-Gespräch eine Lanze für Nabeins Betrieb: „Hier geht es um regionale nachhaltige und naturnahe Fischereiproduktion. Das ist genau das, was wir wollen – und keine Importfische aus Vietnam mit hohem Antibiotika-Einsatz.“ Die Anlagen und das Hoffest haben ihn jedenfalls beeindruckt. Seite 5

Von Bernd Schossadowski

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