Stadtplanerin stellt bei Bürgerversammlung Entwicklungskonzept vor

Kinder-Boom in Wesendorf

Wesendorf ist eine sehr junge Gemeinde. In den vergangenen zehn Jahren sind viele Babies zur Welt gekommen. Foto: dpa

Wesendorf. Die Gemeinde Wesendorf mit ihren derzeit 5068 Einwohnern braucht sich um ihre Zukunft keine Sorgen zu machen. Diese frohe Botschaft geht aus dem Entwicklungskonzept hervor, das das Büro für Stadtplanung Dr. -Ing. W.

Schwerdt in Braunschweig für die Kommune erarbeitet hat. Stadtplanerin Frauke Schwerdt stellte am Donnerstagabend bei einer Einwohnerversammlung im Kulturzentrum Wesendorf die Ergebnisse vor, die Veränderungen der letzten zehn Jahre dokumentieren. „Damals haben wir den ersten Plan aufgestellt, der nun angepasst werden soll“, sagte Bürgermeister Siegfried Weiß.

In dem Zeitraum habe sich einiges verändert, hielt Schwerdt fest. Ein Beispiel ist der demografische Wandel, der „zu einem immer größer werdenden Thema wird“. „Die geburtenstarken Jahrgänge, also Leute ab 45 und aufwärts sind im Anrollen. Das bedeutet, dass in 15 bis 20 Jahren der demografische Wandel ganz verstärkt greifen wird“, vermittelte Schwerdt den Zuhörern. Jedoch zeichnen sich jetzt schon Tendenzen ab.

Um ein Bild vor Augen zu haben, stellte Schwerdt kurz die klassische Bevölkerungspyramide vor. Nach ihr gibt es unten eine sehr breite Basis, das heißt, „es gibt sehr viele Kinder“, führte die Stadtplanerin aus. „Bis 2010 hat der Bereich der Kleinkinder zugenommen.“ Ein guter Aufbau sei auch im Bereich der 20- bis 65-Jährigen vorhanden, also der Bevölkerungsteil, der erwerbstätig ist. „Eine hohe Spitze gibt es bei den 30- bis 40-Jährigen, wobei sie sich deutlich verschlankt hat.“ Die Gründe dafür seien insbesondere auf die Schließung des Bundeswehrstandortes zurückzuführen. Aber besonders auffällig ist der wachsende Anteil der über 80-Jährigen. Und gerade darauf müsse Wesendorf reagieren, was Infrastruktur, medizinische Versorgung und Wohnformen angeht, betonte Schwerdt. Erste Ansätze gibt es schon, zum Beispiel das Seniorenheim mit Demenzbereich, das 2010 in Wesendorf eröffnet hat.

Gerade für das Thema Alter hätte sich Karl-Heinz Hartmann aus Wesendorf mehr Vorschläge gewünscht. „Das, was hier vorgestellt wurde, ist eine Betrachtung von heute. Aber in 20 Jahren wird die Bevölkerung älter. Da muss sich die Gemeinde fragen, wie sie mit den Bedürfnissen der Älteren umgeht“, so Hartmann. Kritik am Konzept äußerten zwei Einwohner aus Wesendorf, die ihre Namen nicht nennen wollten: „Es ist relativ wenig Neues vorgestellt worden. Wir dachten, ganz bestimmte Bereiche aus dem Ort werden vorgestellt.“

Von Volker Althoff

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