Wahrenholzer Rat: Bauliche Entwicklung und Naturschutz gehen vor

Kein drittes Windrad

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In Wahrenholz spricht laut überwiegender Meinung des Rates viel gegen ein drittes Windrad. Vorrang hätten die Dorfentwicklung und der Naturschutz.

Wahrenholz. Der Gemeinderat Wahrenholz versammelte sich am Montagabend, um zehn Tagungspunkte abzuarbeiten. Einer davon beschäftigte sich ausführlich mit dem Thema Windergie.

Der Rat diskutierte über die mögliche Erweiterung des Windparks zwischen den Gemarkungen Wahrenholz und Westerholz südlich der Landstraße 286. Die Ratsmitglieder lehnten mit großer Mehrheit eine Erweiterung des Windparks ab.

Ein Mitglied war für die Erweiterung, ein anderes enthielt sich. Zur Zeit stehen zwei Windkraftanlagen auf dem Gelände. Eine dritte würde mit unterschiedlichen Interessen in Konflikt geraten. In der Stellungnahme der Gemeinde Wahrenholz werden diese Interssenskonflikte ausführlich dargestellt. Laut der Stellungnahme seien künftige bauliche Entwicklungen der Gemeinde im Osten durch das Überschwemmungsgebiet an der Iseniederung und die Eisenbahntrasse blockiert. Das Naturschutzgebiet Heiliger Hein im Norden und ein Gewerbegebiet im Süden limitieren ebenfalls mögliche Neubaugebiete. Also bleibt nur noch eine bauliche Entwicklung nach Westen übrig.

Dort liegt außerdem ein rechtskräftiger Bebauungsplan vor. Auf diesem Gebiet an der Kreisstraße 4 sind 28 Baugrundstücke vorgesehen. Laut Stellungnahme der Gemeinde sind die Grundstücke heiß begehrt. Gegenwärtig stehen 65 Interessierte auf der Bewerbungsliste für die Grundstücke. Auf grund dieser Nachfrage denkt die Gemeinde über zusätzliche Ausweisungen nach. Bürgermeisterin Friedhilde Evers sah in den Neubaugebietsplänen ein großes potential für Wahrenholz, das nicht eingeschränkt werden dürfe. Auch Ratsherr Rüdiger Krafft (SPD) betonte nachdrücklich, dass die Ablehnung des dritten Windrades keine Entscheidung gegen Windenergie, sondern für die Dorfentwicklung sei.

Zusätzlich gibt es naturschutzrechtliche Bedenken gegen die Erweiterung des Windparks, denn das bestehende Vorranggebiet dient auch Kranichen als Rastplatz. Weitere Umweltgutachten sind in Bearbeitung, beispielsweise eine Schwarzstorchstudie . Durch die zusätzliche Anlage könnte eine starke Sichbehinderung für die Anwohner im Baugebiet südlich der Berliner Straße entstehen. Der Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) sieht dafür eindeutige Bestimmungen vor. Laut ZGB sind 120 Grad Sichbehinderung zumutbar. Im Baugebiet wären das teilweise mehr als 120 Grad, also ein Verstoß gegen die bestehenden Auflagen. Eine alternative Potenzialfläche müsste die strengen Abstandregelungen zwischen Gemeinde und dem nächsten Windpark einhalten.

Von Constantin Lummitsch

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