Helmut Evers aus Wahrenholz sorgt bei heißen Temperaturen für nasse Erfrischung im Stall

Kalte Dusche für die Kühe

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Helmut Evers sorgt mit einer Kuhdusche für Erfrischung im Kuhstall. Klettert das Thermometer über 30 Grad, dürfen sich die Kühe über das kühle Nass freuen.

Wahrenholz. Von wegen Bullenhitze: Damit es seinen Kühen bei den momentanen Extremtemperaturen nicht zu warm wird, greift Landwirt Helmut Evers aus Wahrenholz auf eine Methode zurück, die sich auch bei Menschen großer Beliebtheit erfreut: eine erfrischende kühle Dusche.

Die „Kuhdusche“ ist vor dem Melkbereich im Stall installiert. „So muss jede Kuh auf jeden Fall einmal durch und sich abkühlen lassen“, erläutert Evers im IK-Gespräch.

„Denn bei Kühen ist es wie bei Menschen: Die einen sind wasserscheu, die anderen wollen gar nicht mehr unter der Dusche hervorkommen.“ Sobald die Temperaturen über die 30-Grad-Marke klettern, können sich die Kühe über den erfrischenden Wassernebel von oben freuen.

Aber auch schon bei niedrigeren Temperaturen sorgt Evers dafür, dass es im Kuhstall nicht zu warm wird und die Tiere erfrischt werden. „Ab 24 Grad werden die Ventilatoren zugeschaltet“, sagt der Landwirt. „Zusammen mit den offenen Seitenelementen kommt so genug Luft in den Stall und die Kühe haben es angenehm.“

Diese Maßnahmen sind für die Tiere ausgesprochen wichtig. „Für die Kühe ist diese Hitze absoluter Stress“ erklärt Evers. Sie suchen sich draußen Plätze im Schatten und wühlen nackten Boden auf, um sich einen kühleren Platz zum Liegen zu schaffen. Generell stehen die Kühe aber mehr, um besser gekühlt werden zu können. „Wichtig ist, dass die Tiere genügend trinken – wie beim Menschen auch“, betont Evers. Der Wasserverbrauch fällt bei den Tieren allerdings sichtlich höher aus: „150 Liter Wasser trinkt so eine Kuh am Tag schon mal.“ Daher achtet Evers darauf, dass genügend Tränken aufgestellt sind und auch „lieber mal öfter“ gereinigt werden. Auch beim Futter gibt es Extra-Rationen. „Bei diesem Wetter müssen die Tiere mehr fressen. Obendrein soll das Futter ja auch frisch und appetitlich sein. Deswegen wird lieber einmal öfter gefüttert“, sagt Evers.

Bei dem ganzen Stress leidet natürlich die Milchleistung. „Die Tiere geben deutlich weniger Milch“, so der Landwirt. „Und auch die Inhaltsstoffe verändern sich.“ Hat die Milch normalerweise einen Fettanteil von 4 Prozent, liege er momentan bei 3,7 Prozent. Und auch der Eiweißanteil gehe zurück. Das schlägt sich in niedrigeren Milchpreisen nieder. „So geht nicht nur die Menge zurück, man bekommt auch noch weniger dafür“, bedauert der Wahrenholzer.

Zu all diesen Erschwernissen kommt der allgemeine Futtermangel. „Man braucht sich draußen ja nur mal umschauen, da steht kein grüner Halm mehr“, sagte der Wahrenholzer. „Da braucht man sich nicht wundern, dass das Futter knapp wird.“

Von Dennis Klüting

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