Jugendfeuerwehr „großes Standbein“

Durch großzügigere Alarmierungen sichern die Feuerwehren ihre Einsatzstärke insbesondere tagsüber. In den vergangenen Jahren mussten die Brandschützer Verluste bei den Mitgliederzahlen hinnehmen.

Wesendorf. – Von André Pohlmann. Wenn in der Samtgemeinde Wesendorf die Sirenen heulen, wird meist nicht nur eine einzelne Feuerwehr herausgerufen, sondern – je nach dem Grund für die Alarmierung – in der Regel die Wehren aus drei Ortschaften, die gemeinsam eine Löscheinheit bilden. Damit reagieren die Brandschützer auf eine Entwicklung, die nicht nur bei den Brandschützern um sich greift: Vor allem tagsüber stehen immer weniger Feuerwehrleute zur Verfügung, um bei der Alarmierung ausrücken zu können.

Die Entwicklung der Mitgliederzahl der Feuerwehren in der Samtgemeinde macht deutlich, dass sich auch die Brandschützer nicht gegen den Trend erwehren können, der vielen Vereinen zu schaffen macht: Der Nachwuchs ist nicht stark genug, um die aus Altersgründen ausscheidenden Mitglieder zu ersetzen.

Von 2007 bis 2009 ging die Zahl der aktiven Brandschützer nach Angaben der Samtgemeindeverwaltung um rund fünf Prozent von 463 auf 438 zurück. Damit liegt ihre Zahl noch erheblich über der per Landesverordnung festgelegten Mindeststärke von 250 aktiven Mitgliedern. „Um den Feuerschutz muss sich in der Samtgemeinde niemand sorgen machen“, betont Gemeindebrandmeister Torsten Winter. „Wir reagieren darauf, indem wir mehere Feuerwehren alarmieren. So können wir sicherstellen, dass wir auch tagsüber eine Einsatzstärke von 16 bis 20 Feuerwehrleuten erreichen“, erläutert der Gemeindebrandmeister.

Frauen machen zur Zeit einen relativ stabilen Anteil von knapp zehn Prozent der Brandschützer in der Samtgemeinde aus. Wie bei ihren männlichen Mitstreiter erfolgte ihr Einstieg in ihren freiwilligen Dienst meist über die Jugendfeuerwehr. „Unser großes Standbein ist die Jugendfeuerwehr“, unterstreicht Winter. Doch auch hier ist der Trend rückläufig: Während die Jugendfeuerwehren der Samtgemeinde 2007 noch 126 Mitglieder zählten, waren es 2009 nur noch 109. Zu schaffen mache der Nachwuchsorganisation allerdings die steigende Konkurrenz in der Freizeitgestaltung, sagt Winter.

„Die jüngeren Jahrgänge sind umkämpft“, bringt es Samtgemeindebürgermeister Walter Penshorn auf dem Punkt. Deshalb solle man auch Kinderfeuerwehren nicht aus dem Auge verlieren, meint Winter. Anreizen, die das Ehrenamt bei den Brandschützern attraktiver machen sollen, räumt er wenig Erfolgschancen ein. „Wir brauchen Leute, die Jugendliche für die Feuerwehr begeistern“, sagt der Verwaltungschef. Man müsse viel in die Jugendarbeit investieren, da dürfe auch das finanzielle Engagement nicht fehlen, so Penshorn.

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