Übung der Information- und Kommunikation-Gruppe der Kreiswehr in Schönewörde

30 Jahre für die Sicherheit

Heino Kleiß (links) und Markus Kirchhübel simulierten einen realitätsnahen Einsatz. Fotos: Ohse
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Heino Kleiß (links) und Markus Kirchhübel simulierten einen realitätsnahen Einsatz.

Schönewörde. Vor 41 Jahren stand Schönewörde am Rande einer Katastrophe. Der Brand, der am 10.

Mai 1971 auf dem Truppenübungsplatz Ehra-Lessien ausbrach, wälzte sich durch den Nordkreis, übersprang die K 29 zwischen Transvaal und Weißes Moor und dann auch noch den damals breiteren Elbe-Seiten-Kanal, bevor er die Ortsgrenze von Schönewörde erreichte.

Dieses Szenario aus der Landkreis- und Feuerwehrgeschichte rief Rolf Feldmann am Sonnabend bei einer Übung in Schönewörde noch einmal in Erinnerung. Die Information- und Kommunikation-Gruppe (IuK-Gruppe) der Kreisfeuerwehr, die Feldmann leitet, feierte mit einer Mischung aus Jubiläum und Information ihr 30-jähriges Bestehen.

„Sie wurde 1982 von meinem Amtsvorgänger Heinrich Weichsler als Führungsgruppe TEL gegründet und unter meiner Amtszeit in IuK-Gruppe umbenannt“, erklärte Kreisbrandmeister Willi Aldinger und gratulierte in Namen der 104 Ortswehren im Kreis. Seit ihrer Gründung wurde die IuK-Gruppe bei Waldbränden, zuletzt 2012 auf dem Truppenübungsplatz Ehra-Lessien, und beim zweiten Elbe-Hochwasser eingesetzt und nahm an allen Bereitschaftsübungen des Landkreises teil.

Die Führung und Delegation der Einsatzkräfte im Ernstfall obliegt Landrätin Marion Lau. „Die IuK-Gruppe ist das Bindeglied zwischen den Einsatzleitstellen vor Ort und der technischen Einsatzleitung. Hier laufen die Fäden zusammen“, beschrieb Pressesprecher Tobias Nadjib die Aufgabe der IuK-Gruppe. Die moderne Ausstattung mit zwei neuen Fahrzeugen, die über verschiedene Funkgeräte, Telefon, Computer, Internet und Fax verfügen, ermögliche eine genaue Übermittlung von Koordinaten, Fakten und Daten. So könnten auch Flächen bestimmt und Positionen metergenau angegeben werden. „Bei einem Technikausfall können die IuK-Mitglieder im Notfall aber auch Leitungen für Feldfernsprechern verlegen“, fügte Aldinger hinzu.

„Wir brauchen etwa eine Stunde für den Aufbau. Unsere 17 Mitglieder kommen aus dem ganzen Kreisgebiet, die Fahrzeuge stehen in der Feuerleitzentrale in Gifhorn“, sagte Feldmann. Wichtig sei eine rechtzeitige Alarmierung. Die wiederum hänge von den Einsatzleitern vor Ort ab. „Die müssen die Lage realistisch einschätzen. Eine große Lage entwickelt sich ja. Aber je eher wir alarmiert werden, desto besser ist es.“

Lob für die IuK-Gruppe gab es von der Landrätin, oberste Katastrophenschützerin im Kreis. „Wir wissen, dass wir uns auf Sie verlassen können. Sie beherrschen ihr Metier. Ich fühle mich hier sicher“, betonte Lau. Eine Brandkatastrophe wie 1971 könne aber sehr leicht entstehen: „Ich hoffe, dass die heutigen Kräfte als Vorbilder junge Leute nach sich ziehen.“

Derzeit ist die Kreisfeuerwehr in Sachgebiete aufgeteilt. Das Sachgebiet S6, zuständig für Information und Kommunikation, leitet Feldmann. Nach der Lagebeschreibung und vor dem gemütlichen Ausklang im Schönewörder Feuerwehrhaus gab es eine Erkundungsfahrt ins Große Moor. Dort findet man noch heute die vor 40 Jahren gebohrten Brunnen, die als Löschwasser-Entnahmestellen dienen. „Mit Tanklöschfahrzeugen hat man im Moor keine Chance“, erklärte Feldmann.

Von Burkhard Ohse

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