Schönewörde/Wahrenholz: Arbeitsgruppe „Dorf und Landschaft“ diskutiert Hochwasserschutz

Ise-Wasser in den Fischergraben

Bei Hochwasser an der Wahrenholzer Mühle könnte ein Teil des Wassers zukünftig in den Fischgraben fließen und somit die Situation ein wenig entschärfen.
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Bei Hochwasser an der Wahrenholzer Mühle könnte ein Teil des Wassers zukünftig in den Fischgraben fließen und somit die Situation ein wenig entschärfen.

Wahrenholz/Schönewörde. Hochwasserschutz stand am Mittwoch mit auf der Agenda der Arbeitsgruppe „Dorf und Landschaft“ der Dorfregion Schönewörde-Wahrenholz im Gemeindebüro Schönewörde.

Landschaftsplanerin Henny Frühauf (v.l.), Bürgermeister Horst Schermer (Schönewörde), Silke Westphalen (Aller-Ohre-Verband) und Bürgermeisterin Friedhilde Evers (Wahrenholz) hörten viele Ideen zum Hochwasserschutz.

Vorsitzender Heinrich Pieper und Landschaftsplanerin Henny Frühauf vom Planungsbüro Warnecke aus Braunschweig freuten sich über viele Gäste, die die Diskussion bereicherten. Otto Weichsler, Leiter der Unteren Wasserbehörde beim Landkreis Gifhorn, verwies darauf, dass statistisch nur alle 100 Jahre ein großes Hochwasserereignis auf die Region zukomme und entsprechende Überschwemmungsgebiete dafür ausgewiesen sind. „Kommt so ein Ereignis, können wir es kaum aufhalten und nur wenige Minuten verzögern“, sagte Weichsler. Anders sieht es aus, wenn es nur begrenzte Starkregenereignisse gibt. Durch den Klimawandel werden diese verstärkt auftreten, prognostizierte Weichsler. Seiner Meinung nach müsse der zu schnelle Abfluss von normalem Niederschlagswasser verzögert werden und sieht darin eine große Aufgabe. Das könne durch Abgrabung, Ausdeichung und Dammbau geschehen. Silke Westphalen, Geschäftsführerin des Aller-Ohre-Verbandes, verwies auf immer stärkere Niederschläge in den Sommermonaten. Damit dieses Wasser schneller abfließe, sollten nicht nur die Bäche zur Ise, sondern auch Teile der Ise, die stark verkrautet sind, frühzeitig beräumt und gekrautet werden. Weiter hemmen viele alte Bäume die Fließgeschwindigkeit der Ise. Sie plädierte für abgestufte Gehölze an der Ise. Dr. Oskar Kölsch von der Aktion Fischotterschutz wies auf die Zunahme auch von Trockenperioden hin. „Das alles wasserwirtschaftlich zu steuern, ist eine große Aufgabe“, sagte er. Seiner Meinung nach sollte das Abflusssystem vergrößert werden, Rückhaltebecken entstehen und so viel wie möglich Wasser in den Wald geschickt werden.

Ein praktischer Vorschlag, auftretendes Hochwasser an der Wahrenholzer Mühle nicht gleich wieder der Ise zuzuführen, kam von Heinrich Pieper. Der möchte Wasser in den Fischergraben ableiten, der es dann in die dahinterliegenden Flächen verteilt. „Das ist ein kleiner Baustein“, freute sich Henny Frühauf über diesen interessanten Vorschlag. Helmut Gries aus Schönewörde schlug vor, parallel zur „Ried“ einen Wanderweg als Hochwasserschutz in die Planungen mit aufzunehmen.

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