Kasernennachnutzung

Mehr als 100 neue Bauplätze in Wesendorf

Der B-Plan für Wesendorf
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Die Satzung für das Mischgebiet „Wesendorf Residenz“ auf dem ehemaligen Kasernengelände hat der Gemeinderat beschlossen.
  • Dennis Klüting
    VonDennis Klüting
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Wesendorf – In seiner letzten Sitzung in der laufenden Ratsperiode hat der Wesendorfer Gemeinderat am Freitagabend (22. Oktober) mehrheitlich die Satzung für das Gebiet „Wesendorf Residenz“ beschlossen. Das rund 30 Hektar große ehemalige Kasernengelände soll in zwei Abschnitten bebaut werden.

Der erste Bauabschnitt soll 75 neue Grundstücke umfassen, 25 weitere sind im zweiten Bauabschnitt vorgesehen, dazu kommen noch etwa 10 Grundstücke, die infolge baulicher Verdichtung im Bebauungsplan Mischgebiet Hammersteinpark anfallen. Geplant sind Einzel-, Doppel- sowie bis zu viergeschossige Mehrfamilienhäuser. Ehemalige Soldatenunterkünfte auf dem Gelände wurden modernisiert und zu seniorengerechten Wohnungen umgebaut (das IK berichtete). Ebenfalls erhalten bleiben die bereits geschaffenen Freizeitanlagen im Südosten des Gebietes. Der Sportplatz sowie zentrale Veranstaltungsanlagen aus der ehemaligen Planung des Jugend-Campus hingegen sind in dem neuen Gebiet nicht mehr vorgesehen, was sich in niedrigerer Schallimmission äußert. Dennoch sind zahlreiche Grün- und Spielanlagen in der neuen Siedlung vorgesehen. Einzelhandel soll zur täglichen Versorgung zwar zugelassen, im räumlichen Umfang aber begrenzt werden, damit die Einzelhandelsstruktur im Kernort nicht leidet.

Frage nach der Anbindung

Eine Voraussetzung, die der Wesendorfer Gemeinderat Großinvestor Denis Lavrov für dieses Gebiet festgesetzt hatte, war die Bereitstellung einer geeigneten Fläche, auf der die Samtgemeinde Wesendorf bei Bedarf eine Kindertagesstätte errichten kann. Um auch die Wohngebiete östlich der K 7 versorgen zu können, sollte diese möglichst im östlichen Teil des Areals angesiedelt sein.

Diskutiert wurde hingegen die Anbindung der neuen Siedlung. Wie Planer Dirk Ausmeier bei der Sitzung verdeutlichte, hatten sich sowohl die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Wolfenbüttel als auch der Landkreis Gifhorn gegen eine Anbindung über die Möldersstraße an die B 4 ausgesprochen. „Es wird befürchtet, damit einen neuen Unfallschwerpunkt zu schaffen.“ Aus seiner Sicht sei das ein Aspekt, über den man nicht einfach hinweggehen könne. „Zumal wir ja Alternativen haben.“ Die Anbindung soll daher über die K 7 erfolgen.

Damit zeigte sich Friedrich Prilop (CDU) nicht einverstanden: „Es entsteht ein neuer Ortsteil, so groß wie unsere jüngsten Baugebiete Demoorweg 1, 2 und Ost zusammen. Noch mehr Verkehr auf der K 7, die sowieso schon so stark befahren ist? 200 Meter weiter haben wir eine Bundesfernstraße, die diesen Verkehr aufnehmen kann.“ Er habe nichts gegen das Vorhaben an sich, könne aber aufgrund dieser Anbindung nicht zustimmen. Bürgermeister Holger Schulz (SPD) entgegnete, dass man die Siedlung nicht vom Ort und vom ÖPNV abschneiden könne. „Daher haben wir einen Kompromiss gefunden.“ Die Möldersstraße soll laut Ausbauprogramm der Gemeinde in den kommenden Jahren angegangen und dabei verengt werden, um die Nutzung als Anbindung für die neue Siedlung weniger attraktiv zu machen. Dirk Wegmeyer (CDU) sprach sich dafür aus, zu der vorherigen Planung mit B 4-Anbindung zurückzukehren. „Dann droht uns ein Normenkontrollverfahren“, gab Schulz zu bedenken.

Melanie Schulze (CDU) merkte an, dass mit den neuen Kreiseln an der K 7 der Verkehr auf der Kreisstraße ja entschleunigt werde. „Das ist auch gut für die Anwohner der Möldersstraße. Eine Win-Win-Situation.“ Elke Eichhorn (WGW) erkundigte sich, ob nach dem Bau der beiden Kreisel an der B 4 der Bereich dazwischen vielleicht eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 70 bekommen könnte. „Das hat die Landesbehörde abgelehnt. Aber wir können das für die Zukunft im Auge halten“, sagte Schulz. Siegfried Weiß (SPD) ergänzte, dass drei neue Kreisel in diesem Bereich den Verkehr nachhaltig beeinflussen werden. „Da wird auch die Landesbehörde ein Einsehen haben. Wir sollten dem heute aber zustimmen.“ Ausmeier merkte an, dass nicht nur die Landesbehörde, sondern auch der Landkreis sich gegen eine B 4-Anbindung ausgesprochen hatte. „Das sollte man nicht ignorieren.“

Zehn Ratsmitglieder sprachen sich für den Satzungsbeschluss aus, drei dagegen, zwei enthielten sich ihrer Stimme.

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