Betzhorn: 16 Galloway-Rinder brechen in Panik aus

Hunde hetzen Herde

16 Galloway-Rinder des Landwirts Diethelm Lilje wurden in Betzhorn von freilaufenden Hunden gehetzt und brachen in Panik von der Weise aus – durch Stacheldraht- und Elektrozäune.
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16 Galloway-Rinder des Landwirts Diethelm Lilje wurden in Betzhorn von freilaufenden Hunden gehetzt und brachen in Panik von der Weise aus – durch Stacheldraht- und Elektrozäune.
  • Dennis Klüting
    VonDennis Klüting
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Betzhorn. Chaos auf der Weide: Als Landwirt Diethelm Lilje am Montagmittag zufällig auf seine Weidefläche in Betzhorn kam, konnte er gerade noch mit ansehen, wie 16 panische Galloway-Rinder Stacheldraht- und Elektrozäune durchbrachen.

Sie flohen vor zwei freilaufenden Hunden.

„Ich dacht’, ich seh’ nicht richtig, als ich den Jack-Russel-Terrier und den Schnauzer wild kläffend hinter meinen Rindern hab herfetzen sehen“, erklärt Lilje im IK-Gespräch. Mit Hilfe seines Hütehundes „Jacko“ konnte er die beiden einfangen und in seinen VW-Bus einsperren. Anschließend machte er sich auf die Jagd nach den ausgebrochenen Rindern. „Die erwiesen sich in ihrer Panik als zu schnell. „Als ich die Tiere dann mit dem Auto verfolgen wollte, hab ich gerade noch gesehen, wie der Halter seine Hunde aus dem Wagen geholt hat und sich dann aus dem Staub machen wollte“, beschreibt Lilje. Erneut bewies Australian Shepards „Jacko“ sein Können und stellte den Halter, der anschließend der Polizei übergeben wurde. „Reden wollte der mit mir nämlich gar nicht, geschweige denn, sich identifizieren“, sagt Lilje.

Gemeinsam mit den beiden Polizeibeamten setzte Lilje dann den entlaufenen Galloway-Rindern nach. Diese waren von Betzhorn aus quer über die Felder entlang der Kreisstraße 7 geflohen und konnten schließlich nach mehreren Stunden bei Weißenberge eingefangen werden. „Die Tiere waren in totaler Panik, die wollten kaum zurück auf die Weide“, sagt Lilje. „Glücklicherweise sind sie sehr robust, passiert ist ihnen sonst nichts.“

Der Schaden an den Zäunen und Felder beläuft sich seiner Schätzung nach auf rund 1000 Euro.

Landwirte, deren Felder von den entlaufenden Rindern beschädigt worden sind, sollen sich direkt mit Diethelm Lilje unter (0175) 25 46 4 79 in Verbindung setzen. „Dafür muss der Halter aufkommen, beziehungsweise die Haftpflichtversicherung“, erklärt Lilje.

Am meisten ärgere ihn, dass der Halter einfach mit seinen Hunden flüchten wollte. „Passieren kann ja immer mal was, aber dann sollte man auch bitte dafür gerade stehen“, betont der Landwirt. Er sei auch keiner, der seinen Hund immer und überall anleinen würde. „Aber man muss das Tier jederzeit im Griff haben. Und wenn man sich da nicht zu hundert Prozent sicher ist, dann muss die Leine her.“ Gerade momentan, in der Brut- und Setzzeit, sei besondere Vorsicht geboten. Und sollte doch etwas passieren, solle man direkt die Polizei verständigen. Schließlich bestehe auch eine Gefahr für den Straßenverkehr.

„Ich bin nur froh, dass ich das zufällig bemerkt habe“, meint Lilje. Er hätte nicht gedacht, dass Hunde so aggressiv Rinder angingen. „Wenn ich dieses Chaos hier so vorgefunden hätte, hätte ich direkt an einen Wolf gedacht“, gibt Lilje zu. „Und vermutlich nachts kein Auge mehr zugetan.“

Von Dennis Klüting

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