Wesendorf: Bewerbung auf Stelle in der Gemeindeverwaltung zurückgezogen / Siegfried Weiß wird Stellvertreter

Holger Schulz ist neuer Bürgermeister

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Siegfried Weiß vereidigt als Ratsältester den neuen Bürgermeister Holger Schulz. Dieser will sein Versetzungsgesuch bei Landkreis zurückziehen. 

Wesendorf. Die Entscheidung für die oberste Personalie der Gemeinde Wesendorf kam bei der konstituierenden Ratssitzung für viele überraschend. Nicht Siegfried Weiß (SPD) trat zur Kandidatur um das Bürgermeisteramt an, sondern Holger Schulz (SPD) war der einzige Kandidat.

Und der wurde, auf CDU-Antrag geheim, mit zehn zu sechs Stimmen gewählt.

Auf Weiß, der insgesamt 25 Jahre Bürgermeister war, als Repräsentanten brauchen die Bürger allerdings auch in Zukunft nicht zu verzichten. Mit 15 Stimmen bei einer Enthaltung wurde er zum ersten, Andreas Hoffmann (SPD) mit zehn Ja-Stimmen bei sechs Gegenstimmen zum zweiten stellvertretenden Bürgermeister gewählt.

Schulz kündigte an, dass er sich, weil er noch berufstätig und nicht immer vor Ort sei, mehr auf die Gemeindetätigkeit konzentrieren und die Repräsentationspflichten vermehrt auf die Schultern seiner Stellvertreter laden werde. Weiß hatte zu Beginn der Sitzung auch als Ratsältester die Sitzungsführung übernommen. „Ich war 1974 das jüngste Ratsmitglied, nun bin ich das älteste. Am 4. November 1986 wurde ich das erste Mal Bürgermeister“, stellte er fest.

Dadurch, dass Schulz nun Bürgermeister ist, kann er aufgrund der am 1. November beschlossenen Eingleisigkeit auch Verwaltungschef bleiben. Weil Schulz als Bürgermeister somit den Posten des Gemeindedirektors weiterführt, hat die Samtgemeinde, die zuvor die Verwaltungsarbeit für die Gemeinde gekündigt hatte, keinen Zugriff auf diesen Posten, erklärte Weiß. „Denn das wollten wir so nicht. Wir haben daher eine eigene Verwaltung aufgebaut und trotz Schwierigkeiten auf einen guten Weg gebracht.“ Er selber habe die Stelle des Gemeindedirektors, die bislang Schulz innehatte, nicht annehmen wollen. „Ich werde mein Versetzungsgesuch beim Landkreis Gifhorn zurückziehen“, erklärte Schulz.

Das Zehn-zu-Sechs-Ergebnis zu seiner Wahl habe er erwartet. „Ich trete ein schweres Erbe an, aber ich freue mich“, sagte er mit Dank in Richtung von Weiß. „Ich möchte ein Bürgermeister für alle sein“, bot er der CDU an. „Manche Dinge in der Vergangenheit waren kontraproduktiv und belasteten nur. Die Gemeinde muss ihren Weg beibehalten.“ An der im Stellenplan ausgeschriebenen Stelle in der Gemeindeverwaltung wolle man festhalten, er selber ziehe aber seine Bewerbung dafür zurück. „Vielleicht ist das ein Signal für eine gute Zusammenarbeit.“

Als wichtigste Ziele nannte Schulz die weitere bauliche Entwicklung der Gemeinde, Projekte für Bürger wie ein Multifunktionsfeld oder die Unterstützung von Vereinen und Verbänden, die Neugestaltung der Ortseingangssituation an der Gifhorner Straße mit Einbeziehung des Hammersteinparks, die Wohnbebauung und einen Kreisel sowie den Bau eines Radwegs an der Landesstraße 284 von Ummern nach Wesendorf. „Ich möchte außerdem ein Ansprechpartner für alle Bürger sein“, schloss Schulz.

Nach 15 Jahren als stellvertretender Bürgermeister und stellvertretender Gemeindedirektor trat Ahmed El-Hawari nicht mehr für diese Posten an. „Aus beruflichen wie privaten Gründen“, sagte das Mitglied der WGW-Fraktion. Verabschiedet wurden die ehemaligen Ratsmitglieder Ferdinand Bergrath (WGW), Veysel Izer (SPD) und Sergej Koch (CDU).

Von Burkhard Ohse

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