„Eusinger Speel-Lüe“ begeistern mit Improvisation, neuer Technik und humorvollem Stück

Hochtiedsnacht mit Hindernissen

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Endlich alleene? Pustekuchen, das Hochzeitspaar hat keine ruhige Minute. Die Theatergruppe des Groß Oesinger Heimatvereins erntete für seine unterhaltsame Vorstellung viel Beifall.

Groß Oesingen. Neues, Improvisation und natürlich das althergebrachte Platt gab es am Wochenende im Gasthaus Zur Linde. Die „Eusinger Speel-Lüe“ hatten eingeladen und schon der „Vorsnaker“ Wolfgang Bochnig hatte einiges zu „vertellen“.

Neu war die Akustik, denn jeder Darsteller hatte ein Headset, und da das hervorragend funktionierte, honorierten die Gäste dies mit einem Obolus in der Pause.

Improvisiert werden musste, weil Hauptdarstellerin Franziska Pohl erkrankt war. Nina Feith sprang kurzfristig als „Bruud“ Eva ein. Unauffällig ging die Improvisation über die Bühne, denn ein Einüben des Textes war innerhalb eines Tages nicht möglich. Feiths Hilfszettel mit dem Text fiel kaum auf, die „Bruud“ meisterte ihren Part hervorragend.

Nicht ganz so hervorragend oder genauer total bekloppt wie im Titel des Stücks „De total bekloppte Hochtiedsnacht“ lief dagegen die Hochzeitsnacht ab, um die sich das Stück drehte. Denn nach jedem geseufzten „endlich alleen“ von Braut und Bräutigam Sebastian (Sebastian Milter) klopfte es an die Tür zum Schlafgemach. Da störten nicht nur Pastor Johann Selig (Andreas Schulze), die Eltern Hannelore und Jochen Ginger (Rita Karstädt und Wolfgang Bochnig) oder die Schwiegereltern Gesine und Ruprecht von Dorn (Regina Koch und Volker König) samt Liebhaber Freddy Stecher (Marc-André Haarmann) mit allen möglichen, mehr oder weniger guten Ratschlägen. Auch Heidi Hitzig (Svenja Kahle), die selbst noch sehr engagiert auf Männersuche war, hielt die Frischvermählten von der ersehnten Zweisamkeit ab.

Und wie im richtigen Leben wurden da die Animositäten von Schwiegermutter zur Braut und andere Querelen sichtbar. „Ich heiße von Dorn, und wo ich bin, ist vorn“, schwadronierte da der vornehme Schwiegervater, während Brautvater Ginger darauf hinwies, dass er ein „ganz schlimmer Finger“ sei.

Das Publikum zeigte sich sprachkundig, und das Lachen verriet, man hatte die Witze verstanden. So manch zugereister Gast im Publikum gestand, dass er nicht alles verstanden hatte, allerdings genug, um auch seinen Spaß zu haben. Nicht vorweggenommen werden soll, wie das Stück ausgeht, ob es zum Vollzug der Ehe kommt und bei wem am Ende Heidi Hitzig landet. Denn die Speel-Lüe sind am kommenden Sonntag im Rahmen des Programms des Wesendorfer Kulturvereins im Hofcafé Betzhorn und dann am 17. März im Landgasthaus Piep in Erpensen zu sehen.

Von Burkhard Ohse

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