Neujahrsempfang der Samtgemeinde Wesendorf: Samtgemeindebürgermeister René Weber spricht Brennpunkte an

Gute Wünsche in herausfordernden Zeiten

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Samtgemeindebürgermeister René Weber beleuchtete in seiner Ansprache die Vorkommnisse des letzten Jahres.

Wesendorf. Mit dem Auftritt der Sternsinger der katholischen Kirchengemeinde Wittingen-Wesendorf begann am Samstagvormittag der traditionelle Neujahrsempfang der Samtgemeinde Wesendorf im Rathaus.

Dazu begrüßte Samtgemeindebürgermeister René Weber viele Gäste aus Politik, Handel, Handwerk und Gewerbe, Behörden, Kirchen, Schulen, Kindertagesstätten, Feuerwehren, Ehrenamtliche aus Vereinen und Verbänden, Bürgerinnen und Bürger.

Zu ihnen zählten auch die Bundestagsabgeordnete In- grid Pahlmann (CDU) und Landrat Dr. Andreas Ebel.

Terror, Krieg, Flüchtlinge

Die Sternsinger der katholischen Kirchengemeinde Wittingen-Wesendorf sangen sich mit ihren Anliegen in die Herzen der Gäste und bekamen dafür viel Beifall.

Weber hob in seiner Rückschau besonders die schweren Anschläge mit vielen Toten in Paris, die Kriege in Nahost und dem arabischen Raum, die großen Flüchtlingsbewegungen mit mehr als 20 Millionen Flüchtigen, die uns auch in Deutschland und der Samtgemeinde Wesendorf erreicht hatten, hervor. Auch ging Weber auf die fürchterlichen Ereignisse in der Silvesternacht auf dem Kölner Bahnhof ein, die das Bewusstsein der Bevölkerung grundlegend verändert haben. „Ich bin der Meinung, dass der Maßstab von Freiheit, Toleranz und Rechtsstaatlichkeit, für den wir stehen, unmissverständlich von allen zu erfüllen ist, die in unserem Staat leben wollen“, so Weber. Es ist eine Integrationsarbeit zu leisten, die angesichts des in manchen Kulturen archaischen und würdelosen Frauenbildes ohne Wenn und Aber durchgesetzt werden muss, betonte der Verwaltungschef weiter. Vor dem Hintergrund der neuerlichen Gesetzesverletzungen sei aus Sicht eines Kommunalverantwortlichen in erster Linie auch aus menschlicher Sicht, die Landesregierung aufgefordert, endlich die Bundesgesetze umzusetzen und abgelehnte sowie auch auffällig gewordene Asylbewerber legal abzuschieben.

Der Samtgemeindebürgermeister klammerte in seiner Rede aber auch die misslichen Erfahrungen der Eurokrise sowie die Abgaskrise bei Volkswagen nicht aus und machte auf die Sorgen der Bevölkerung aufmerksam. „Ich wünsche mir für das neue Jahr, dass die Welt aus den bisher gemachten Erfahrungen friedlicher, toleranter, gesünder, intelligenter und reicher wird“, sagte Weber.´Für den Bereich der Samtgemeinde Wesendorf nannte Weber das gute Haushaltsergebnis, dass bei einem Etat von rund 10 Millionen Euro ein ausgeglichener Haushalt 2016 verabschiedet werden konnte und die derzeitige Verschuldungslage entgegen dem allgemeinen Trend.

Schüler der Oberschule Wesendorf sangen unter Leitung von Lehrerin Beate Zimmermann Volkslieder zum Empfang.

Investitionen, unter anderem in Schulen, Feuerwehren, Kindertagesstätten und Friedhöfe seien gesichert und würden umgesetzt, betonte der Verwaltungschef und wies in diesem Zusammenhang auf die durch den Landkreis sehr unterschiedlich gehandhabte Finanzierung der Gesamtschulen (IGS) im Gegensatz zu den Haupt-, Real- und Oberschulen hin. Diese „Ungerechtigkeit“ belaste die Samtgemeinde gleich zweifach und müsse durch den Landkreis zu einer gerechteren Lösung führen.

Dank und Perspektiven

Weber dankte allen politisch Verantwortlichen, den vielen Ehrenamtlichen in den Vereinen und Verbänden der Samtgemeinde für ihr großartiges Engagement sowie den Ehepaaren Elisabeth und Karl-Heinz Harms, Else und Hans-Jürgen Heers sowie Edith und Otto Grese, die schon mehr als 60 Jahre füreinander da sind.

Der Posaunenchor Ummern unter Leitung von Werner Lichthardt umrahmte den Neujahrsempfang mit schmissiger Musik.

Landrat Ebel hob in seinem Grußwort die besondere Rolle aller Menschen im Landkreis Gifhorn hervor, die den Landkreis lebens- und liebenswert machen. Ebel ging ebenfalls auf die Flüchtlingskrise ein und betonte, dass diese eine weitere, große Herausforderung für den Landkreis darstelle. Der Landrat bat vor allem um Unterstützung von Familien, die bereit seien, unbegleitete jugendliche Flüchtlinge aufzunehmen, um ihnen eine Zukunftsperspektive zu geben. Eine Fusion mit benachbarten Landkreisen schloss Ebel aus, da der Landkreis Gifhorn wirtschaftlich, strukturell und finanziell durchaus gut aufgestellt sei, sagte er und lobte die Zusammenarbeit mit der Samtgemeinde Wesendorf.

Das Schlusswort sprach traditionell die stellvertretende Samtgemeindebürgermeisterin Friedhilde Evers. Sie dankte allen Gästen für ihr Kommen, lobte den Posaunenchor Ummern unter Leitung von Werner Lichthardt sowie den Beitrag von Schülern der 8. Klasse der Oberschule Wesendorf unter Leitung von Beate Zimmermann für die musikalische Umrahmung des Empfangs. Ferner dankte sie dem Verwaltungspersonal für die Ausrichtung des Empfangs und sprach sich für noch mehr „Miteinander“ aus.

Mit dem Spielen und Singen der Nationalhymne sowie anschließenden angeregten Gesprächen endete der Neujahrsempfang.

Von Hans-Jürgen Ollech

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