Mineralstoffdeponie in Wesendorf soll rekultiviert werden / Abfallgebühren bleiben in 2017 stabil

Grüner Hügel deckt Bauschutt ab

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Am Anfang der Bauschutt ...

Landkreis Gifhorn/Wesendorf. Frohe Kunde noch vor Weihnachten: Die Abfallgebühren im Landkreis Gifhorn bleiben im nächsten Jahr stabil. Wie schon in 2015 und 2016 soll es keine Änderungen geben.

Dies geht aus den Sitzungsunterlagen hervor, die der Ausschuss für Umwelt, Bau, Energie und Regionalplanung des Landkreises Gifhorn bei seiner heutigen Sitzung (15 Uhr im Schloss) auf den Tisch bekommt.

Die Abfallgebühren für die behälterbezogene Restabfall-entsorgung müssen demnach nicht angefasst werden. Erhöhte, einmalige Aufwendungen können durch die stabile Entwicklung der vergangenen Jahre abgefangen werden: Dies betrifft das Auslaufen des derzeitigen Müllabfuhrvertrages sowie die Startkosten im Zuge der zukünftigen Müllabfuhr.

... dann die Bauarbeiten ...

Im Bereich der Bauschuttentsorgung fallen momentan jährlich etwa 2600 Tonnen an. Dabei handele es sich fast ausschließlich um Schutt, der von Privathaushalten entsorgt wurde, sagt Kreisrat Detlev Loos auf IK-Anfrage. Es sind jedoch Veränderungen erforderlich, da die Bauschuttdeponie in Wesendorf restverfüllt ist: Der Deponiekörper ist erschöpft. „Die Kosten für einen neuen Körper stehen in keinem Verhältnis zu dieser geringen Menge Schutt“, betont Loos. „Man kann als Landkreis nicht alles vorhalten.“ Der Bau einer hierfür erforderlichen Mineralstoffdeponie (Deponieklasse I) wäre laut den Unterlagen für den Landkreis erst ab einem Zeitraum von 30 bis 50 Jahren günstiger als der Abtransport zu einer bestehenden Anlage. Bei ausschließlicher Ablagerung von Gifhorner Mengen würden die Laufzeiten zudem etwa 70 bis 100 Jahre betragen – ein laut Verwaltung abfallwirtschaftlich nicht mehr überschaubarer Planungshorizont.

Dennoch will der Kreis als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger selbstverständlich eine geordnete Entsorgung des Bauschuttes sicherstellen. Als einzige Option aus Verwaltungssicht verbleibt der Transport in eine externe Anlage. „Das ist am sinnvollsten“, sagt Loos.

... bis hin zur Rekultivierung.

Die nächstgelegene und wirtschaftlichste Lösung wäre aus Sicht der Verwaltung die Deponie Höfer im Landkreis Celle. Sie steht nach einem Ausbau ab Januar 2017 zur Verfügung, um die Gifhorner Mengen anzunehmen. Die Ablagerungskosten dort würden 20 Euro pro Tonne betragen. Laut Loos würden demnach zukünftig die Schuttmengen in Wesendorf gelagert, um dann nach Höfer gebracht zu werden.

Zur Deckung aller Aufwendungen ist laut Verwaltung beim Bauschutt dennoch eine Erhöhung der Gebühr von 26 auf 45 Euro pro Tonne erforderlich. Die Mindestgebühr für Anlieferungen von Kleinmengen bei der Zentralen Entsorgungsanlage in Wesendorf sollte bei einer zulässigen Mindestanlieferungsmenge von weiterhin 400 Kilogramm von 10 auf 12 Euro erhöht werden.

Im nächsten Jahr ist außerdem ein großes Projekt vorgesehen: In Wesendorf soll die Bauschuttdeponie rekultiviert werden. Dies bedeutet die Verdichtung und Abdeckung des noch offenen Deponieabschnittes mit Mineralgemisch und Sand als Endabdeckung. Es wird eine begrünte Fläche entstehen.

Die Arbeiten werden voraussichtlich im Sommer abgeschlossen sein: Für die Bauarbeiten werden etwa drei Monate angesetzt. Die Kosten könnten bis zu 180 000 Euro betragen. Die Überwachung wird auch danach im Rahmen der allgemeinen Deponieüberwachung weitergeführt, sagt Loos.

Von Paul Gerlach

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