Gefahrgutalarm: Flüssiggemisch ruft Wehren auf Plan / Evakuierung und Straßensperrung

Großeinsatz in Wahrenholz

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Auf dem Weg zum Einsatzort: In der Wahrenholzer Apotheke vermischten sich verschiedene Flüssigkeiten. Der Gefahrgutzug Gifhorn rückte an und sicherte Gerätschaften und Flaschen innerhalb der Apotheke. Im Umkreis von 50 Metern wurde evakuiert. Die Polizei sperrte die Ortseinfahrten.

Wahrenholz. Großeinsatz gestern Vormittag in Wahrenholz: Weil in einem Lagerraum der Apotheke ein Stapel Kisten mit diversen Chemikalien umgekippt war, und weil niemand wusste, wie diese miteinander reagieren, wurden Geschäfte im Umkreis von 50 Metern evakuiert und der Bereich an der Hauptstraße im Umkreis von mehreren hundert Metern weiträumig abgesperrt.

Aus Gifhorn rückte wegen der unklaren Gefahrenlage der Gefahrgutzug der Feuerwehr an, Warnmeldungen an die Bevölkerung gingen durchs Radio. Menschen kamen aber nicht zu Schaden.

Vor mehreren Jahren hatte der Apotheker Volker Oehler eine alte Apotheke mit diversen Laboreinrichtungen und Zubehör aufgekauft. Die Gerätschaften und Flüssigkeiten wurden in Kisten in einem separaten Raum gelagert. Gestern betrat Oehler gegen 8.15 Uhr die Apotheke und stellte fest, dass aus bisher unerklärlichen Gründen das Regal umgestürzt war. Auf dem Boden hatten sich verschiedene Flüssigkeiten vermischt. „Zwei Kisten habe ich noch selbst heraus getragen und dann die Feuerwehr alarmiert. Das Risiko war mir zu groß“, berichtete Oehler.

Die Feuerwehr Wahrenholz war als erste am Ort und sperrte den Bereich weiträumig ab. Der Einsatzleiter, Gemeindebrandmeister Torsten Winter, alarmierte dann den Gefahrgutzug. Zeitgleich sperrte die Polizei den gesamten Ortsbereich weiträumig ab. „Wir haben acht Fahrzeuge mit den Besatzungen im Einsatz“, so Polizeieinsatzleiter Thomas Bunk. Es kam durch die Absperrungen zu starken Verkehrsbehinderungen.

Der Gefahrgutzug Gifhorn mit dem Gerätewagen Gefahrgut, dem Rüstwagen, zwei Tanklöschfahrzeugen und dem Einsatzleitwagen traf schnell in Wahrenholz ein. Drei Feuerwehrleute rüsteten sich mit Vollschutzanzügen aus, drei weitere standen als Reserve in Bereitschaft.

Nach dem Einsatz wurden die Feuerwehrmänner dekontaminiert.

Die Feuerwehrleute in den Schutzanzügen sammelten in der Apotheke die zerbrochenen Geräte und Flaschen ein. Anschließend folgten Stoff-Erkennung, Sicherung und Bergung. Nachdem die ausgelaufenen Flüssigkeiten aufgenommen wurden, erfolgte die Be- und Entlüftung des Lagerraumes der Apotheke. Die Feuerwehrleute in den Vollschutzanzügen wurden von zwei Kameraden in einfachen Schutzanzügen dekontaminiert, damit keine Gefahrstoffe in die Kleidung gelangen.

Die Messungen der Feuerwehr ergaben gegen 11.50 Uhr, dass keine Gesundheitsgefahren von den ausgelaufenen Stoffen zu erwarten seien. Eine Spezialfirma brachte die vermeintlichen Schadstoffe zur Wesendorfer Mülldeponie.

Gegen 12.15 Uhr konnten die Gifhorner den Einsatzort verlassen. Kurz darauf hoben Polizei und Wahrenholzer Wehr die Sperrungen auf. Im Einsatz waren 43 Feuerwehrleute und ein Rettungswagen, der später von der Schnelleingreif-Gruppe abgelöst wurde.

Von Bernd Behrens

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