Gemeinderat diskutiert über Situation an der Schulstraße

Groß Oesingen: Soll das Ehrenmal wandern?

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Der Oesinger Gemeinderat denkt darüber nach, das Ehrenmal auf den Friedhof zu versetzen.

Oesingen – Eine teils emotionale Debatte führten die Mitglieder des Groß Oesinger Gemeinderats in ihrer Sitzung am Mittwochabend.

Grund dafür war ein Antrag aus dem Bauausschuss: Um die Verkehrssituation an der Schulstraße zu entlasten und Parkraum zu schaffen, soll das Ehrenmal auf den Friedhof versetzt werden.

Die neuen Parkmöglichkeiten könnten auch von Kirchenbesuchern und Nutzern der Turnhalle verwendet werden. Außerdem könnte zusätzlicher Raum für eine Kita-Erweiterung entstehen.

Bürgermeister Jürgen Schulze zeigte sich von dem Vorschlag nicht sonderlich erbaut. „Eine Alternative könnten Stellplätze hinter dem Jubiläumsbrunnen sein.“ Für die Mitarbeiterinnen der DRK-Kindertagesstätte könnten auf einem benachbarten Grundstück Parkmöglichkeiten gewonnen werden. „Das Denkmal wurde 1959 erbaut und schon 1952 hatte man sich Gedanken über den Standort gemacht“, führte Schulze aus. „So ein Monument umzusetzen... da tue ich mich schwer mit, ich bin nicht dafür.“

Samtgemeindebürgermeister René Weber zeigte auf, dass es bei der DRK-Kita in absehbarer Zeit keinen weiteren Platzbedarf geben solle: „Für den Kita-Bereich haben wir 15,05 statt der geforderten 12 Quadratmeter pro Kind zur Verfügung, im Krippenbereich sind es sogar 21,53.“ Wenn man bedenke, dass die Gruppen nicht immer maximale Stärke aufweisen (etwa bei Integrationsgruppen oder mit Kindern unter einem Jahr), würde der Abstand noch größer.

Ernst-Adolf von der Ohe betonte, dass die Sicherheit der Kinder im Vordergrund stehe. „Außerdem soll das Ehrenmal durch eine Versetzung auf- und nicht abgewertet werden.“ Auf dem Friedhof komme es deutlich besser zur Geltung und hätte ein angemesseneres Umfeld als die B 4. „Dort wird es kaum wahrgenommen.“ Dem stimmten auch Dieter Rieken, Anja Menzendorf und Hans-Jürgen Lübbe zu. Rolf Malzahn merkte an: „Auf diese Idee wäre ich selbst nie gekommen. Das wäre die Lösung mit der besten Entlastung.“

Ewald Heers betonte, dass auch er sich mit der Versetzung des Ehrenmals schwer tue. „Das steht da nun eben seit 60 Jahren. Wir sollten da vorsichtig sein und die Möglichkeiten ergebnisoffen betrachten.“ Dennoch wurde teils hitzig weiterdiskutiert, schließlich einigte sich der Rat, das anstehende Gespräch mit dem Kirchenvorstand der Friedensgemeinde abzuwarten und eine Versetzung des Denkmals planen zu lassen. Dann würde sich auch zeigen, wie viel Fläche bei der Versetzung tatsächlich zur Verfügung stünde. Außerdem wurde ein weiteres Nachbargrundstück als Alternative ins Spiel gebracht, der Bürgermeister will das Gespräch suchen.

VON DENNIS KLÜTING

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