Drei neue Bronzeglocken an Pfingstsonntag geweiht / Geläut als Wort Gottes / Lob an Helfer und Spender

Ein Tag Geschichte in Wahrenholz

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Der Posaunenchor umrahmte zusammen mit dem Gospel- und dem Kirchenchor musikalisch den Gottesdienst.

Wahrenholz. Wahrenholz hat Geschichte geschrieben. Drei neue Bronzeglocken wurden an Pfingsten geweiht.

Aus allen Himmelsrichtungen kamen die Wahrenholzer geströmt. Vor der Kirche bildete sich eine kleine Schlange. Bernhard Weusthoff verteilte die Festschrift an die Besucher des Gottesdienstes. Das anfängliche Gewusel verwandelte sich in Stille, als die mächtigen Posaunen den Beginn des Festgottesdienstes verkündeten.

Glockenkekse, ein Glockenpokal, Theater-Aufführungen, ein Benefizkonzert und die Aktionen der rüstigen Rentner: „All diese Zahnräder sind unverzichtbar gewesen“, meinte Hinrich Harms, Sprecher des Kirchenvorstandes, und eröffnete den feierlichen Gottesdienst mit einem Dank an alle Helfer und Spender, die es gemeinsam ermöglicht hatten, dass Wahrenholz nun drei neue Glocken bekam.

Bernhard Weusthoff verteilte zu Beginn des Festgottesdienstes zur Glockenweihe die Festschrift.

Und dann läuteten die Glocken zum ersten Mal. Es wurde gelauscht und gestaunt. Erleichterung machte sich breit. Glocken als Wort Gottes „Wir werden so etwas nur ein einziges Mal erleben“, meinte Landessuperintendent Dieter Rathing in seiner Predigt und fügte an: „Das wird dokumentiert sein für Hunderte von Jahren.“ Die Glocken hätten bereits vor rund 800 Jahren geklungen und „wir hören sie immer noch“. Glocken werden zum Rhythmus, führte Rathing aus. Es sei der Klang einer Botschaft und „wir erleben mit der Weihe den Anfang davon“ – und zwar mit einzigartigen Menschen an der Seite. „Zuerst werden es fremde Töne sein, aber es wird nach und nach vertrauter werden“, war sich Rathing sicher.

Glocken, so erklärte der Landessuperintendent, läuten in die Welt hinein, um zu zeigen, dass Glaube öffentlich ist: „Jede Glocke schlägt für eine offene Kirche und ein offenes Christentum“. Aber sie läuten nicht nur für eine Kirche, sondern für eine ganze Kultur. Hochzeitsglocken, Glocken zur Taufe, zu Weihnachten oder zum neuen Jahr: „Sie wirken in unsere Tageszeit hinein und Menschen suchen den Klang, der den Morgen, den Mittag und den Abend einläutet“, sagte Rathing. Jeder Gläubiger habe seinen Platz unter den Glocken – auch die, die zögern und sich des Glaubens nicht sicher sind. „Auch der Zögernde soll das Wort Gottes für ihn schlagen hören.“

Gott war es dann auch, den die Kirchengemeinde lobte, preiste und für das neue Geläut dankte. Der Gospel-, der Kirchen- und der Posaunenchor begleiteten den Festgottesdienst. Eineinhalb Stunden vergingen wie im Flug – ein Erlebnis, welches alle Besucher nun tief in ihren Herzen tragen und mit in die Welt hinaus nehmen. Erleichterung und Freude

„Mir sind einige Steine vom Herzen gefallen. Es ist ein bedeutender Moment“, freute sich auch Pastor Lars-Uwe Kremer, der noch vor dem Gottesdienst gestand: „Ich bin heute tatsächlich etwas aufgeregt.“

Landessuperintendent Dieter Rathing sprach die Predigt.

Der Unterschied zu den alten Glocken? „Sie klingen weicher und sie klingen länger nach. Außerdem sind die neuen Glocken aufeinander abgestimmt. Es ist ein schöner Dreiklang“, erklärte Kremer. Auch Bernhard Weusthoff vom Glocken-Arbeitskreis zog nach dem Gottesdienst sein erstes Fazit: „Es ist ein tolltes Erlebnis. Mir geht es sehr gut und wir haben den größten Teil der Wegstrecke nun hinter uns gebracht.“ Vor allem mache sich Erleichterung breit, dass alles so „klasse“ gelaufen ist.

Mit den Wahrenholzer freute sich besonders auch Bürgermeisterin Friedhilde Evers: „Ich will gar nicht verhehlen, ich bin dankbar, Bürgermeisterin einer solchen Gemeinde zu sein. Den vielen Helfern und Spendern gilt der Dank der Gemeinde Wahrenholz.“ Lob und Dankeschön Vor allem meinte Evers, sei es lobenswert, dass sich die Planungsgruppe für die neuen Glocken auch aus ehemaligen Kirchenvorstehern zusammensetzt. Die Weihe sei ein historischer Tag, denn Kirchenglocken seine nicht nur Klangkörper, sondern würden den Bürgern auch eine Botschaft zurufen: Du bist mit deinen Sorgen, Nöten und Problemen, aber auch bei freudigen Anlässen nicht allein.

Und genau solch einen freudigen Anlass feierten die Wahrenholzer Pfingstsonntag gemeinsam.

Von Maike Scholz

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