Mühlenfeste in Wahrenholz und Ohrdorf locken mehrere tausend Besucher an

Geflügelte Schmuckstücke

+
Katja Rösler, Professorin für Verkehrstechnik, präsentiert das Räderwerk der Ohrdorfer Turm-Holländermühle.

nf/jk Wahrenholz/Ohrdorf. Etwa 2000 begeisterte Besucher und ein zufriedenes Organisationsteam um Wilhelm Warneboldt: Das ist die Bilanz des 25. Mühlenfests, zu dem die Wahrenholzer Mühlenfreunde an Pfingsten eingeladen hatten.

Und auch an der Mühle in Ohrdorf herrschte reger Andrang.

30 Aussteller hatten sich rund um die Wahrenholzer Mühle und auf dem Hof verteilt und luden zum gemütlichen Bummel ein. Wer wollte, konnte auch einen Blick in die Wassermühle werfen. Müllermeister Wilfried Nitsche bot stündliche Führungen an und erklärte den Gästen den Mahl- und Schrotvorgang.

Unter freiem Himmel wartete eine bunte Auswahl von Ständen: vom Imker, Bauernmalerei, individuellen Stickereien, Handarbeitskunst bis hin zu Glaskeramik- und Holzarbeiten war für jeden Geschmack etwas zu finden. Eine große Traube bildete sich um Jürgen Oschmanns Stand, der besonders die jüngeren Gäste in seinen Bann zog. Denn der Besenbinder aus Munster schnitzte für die faszinierten Kinder kleine Glücksstöcke und Pfeifen aus den Zweigen einer Eberesche. Und Hobby-Skulpturenkünstler André Löbnitz aus Hösseringen stellte mit seiner Motorsäge hübsche Werke aus Holz her.

„Leider konnten wir in diesem Jahr nicht allen Ausstellern zusagen, weil wir zu wenig Platz haben. Wir sind aber dabei, eine passende Lösung zu finden, um im nächsten Jahr unseren Mühlentag weiter auszubauen“, erklärt Warneboldt.

Am Pfingstmontag, dem offiziellen bundesweiten Mühlentag, begrüßte der Verein zusätzlich die Treckerfreunde Wahrenholz, die ihre nostalgischen Oldtimer auf der Wiese neben der Mühle ausstellten. Für die musikalische Unterhaltung des Fests sorgten die Akkordeonspieler „Die Seniorenboys“ aus Wahrenholz und die Feuerwehrkapelle Goslar.

Auf reges Besucherinteresse beim Mühlentag stieß auch die Ohrdorfer Windmühle. Sie besaß ursprünglich zwei Mahlgänge, einen Kollergang und eine Doppelwindrose. Katja Rösler hat sich in diese Mühle verliebt. „Als die komplett gemauerte zylindrische Turm-Holländermühle zum Verkauf anstand, habe ich mich beim ersten Anblick in das 1867 erbaute und aus drei Stockwerken bestehende ,Denkmal‘ verguckt“, sagt die gebürtige Baselerin und lächelt. „Seit 30 Jahren hat sich hier kein Rad mehr gedreht“, erzählt die heute in Mülheim (Ruhr) lebende Professorin für Verkehrstechnik.

Die Räder in ihrem Feriendomizil Ohrdorf wieder zum Drehen zu bringen, ist mehr als nur ein Traum. In fünf Jahren die Mühlenflügel wieder in Betrieb zu nehmen, ist realistisch, denn das gewaltige Räderwerk, die Flügelwelle mit Kammrad, Bunkler mit Königswelle und eisernem Stirnrad sind noch gut erhalten. Imposant anzusehen ist die Königswelle, die sich von unten bis zum Räderwerk hochzieht. „Es fehlt zwar der Mahlgang, dafür ist die Turm-Holländermühle aber bewohnbar und ihre Flügel könnten sich trotzdem drehen“, freut sich Katja Rösler.

Wissenswertes zur Mühlengeschichte und sehenswerte Aquarelle sind in der Ohrdorfer Mühle ausgestellt. Getreidekunde, Basteln, Spiele rund um die Mühle sowie eine Kunst- und Modeausstellung einschließlich Bewirtung ließen den Mühlentag zu einem Erlebnis werden, schwärmte ein Besucher, der aus Gifhorn angereist war.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare