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Ganztagsschule in Wesendorf, Wahrenholz und Groß Oesingen – aber wie?

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Von: Dennis Klüting

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Wie kann die Ganztagsschule in Wahrenholz, Wesendorf und Groß Oesingen umgesetzt werden? Mit dieser Frage setzen sich die Schulleitungen im Laufe des Jahres auseinander. © Archiv

Wesendorf – Mit dem Thema Ganztagsschule setzen sich die drei Grundschulen in der Samtgemeinde Wesendorf momentan auseinander: Bis zum Herbst soll ein Konzept zur Einführung erstellt werden.

„Das darf auch gern Entwurfscharakter haben“, sagte Weber. „Das wird dann ergeben, wie die Schulen sich das vorstellen.“

Anschließend werde es Gespräche mit Eltern und der Politik geben, bevor dann ein Antrag bei der Landesschulbehörde auf Umstellung erfolgen kann.

Eine große Frage, die für eine Umsetzung geklärt werden müsse, sei die des Personals, sagte Weber. Eine Weitere wäre die der Finanzierung. „Ich weiß, dass in anderen Landkreisen pädagogische Mitarbeiter komplett aus Unterstützungsmitteln vom Land finanziert werden können“, führte der Samtgemeindebürgermeister aus. „Ob das hier aber auch so umsetzbar wäre, ist fraglich – das Lohnniveau ist hierzulande höher.“

In Gesprächen mit Eltern hat sich für Weber die Wichtigkeit bestätigt, das Ganztagsangebot optional zu halten. „Einige Eltern sind auf mich zugekommen – mit der Befürchtung, dass der Staat ihnen Zeit mit ihren Kindern wegnehmen wolle“ berichtet Weber. „Das geht natürlich nicht, diese Familien müssen auch die Möglichkeit haben, den Nachmittag miteinander zu verbringen.“ Entsprechend soll das Nachmittagsabgebot gestaltet werden: jahrgangs- und klassenübergreifende Kurse und AGs, die sowohl sportliche als auch kreative, aber auch bildende Angebote beinhalten. Benotet werden sie nicht.

Dennoch: Ganz individuell wird sich diese Frage nicht lösen lassen. Wenn Eltern ihr Kind für den Ganztagsunterricht anmelden, wird das für den Rest des Schuljahres verbindlich sein. „Andernfalls kann man eine Betreuung am Nachmittag nicht planen“, so Weber. „Das ist eben der Nachteil zur momentanen Nachmittagsbetreuung durch das DRK: Ganztagsschule ist weitaus weniger individuell gestaltbar.“

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Kosten: Ganztagsschule soll für die Eltern kostenlos sein. Dennoch kann es passieren, dass je nach angebotener Aktivität Materialkosten anfallen. „Auch für das Mittagessen im Rahmen einer Ganztagsgrundschule wird ein Kostenbeitrag zu erheben sein“, sagte der Verwaltungschef. Denn ein warmes Mittagessen müsse man in einer Ganztagsschule anbieten.

„Insgesamt wird die Einführung von Ganztagsschulen nicht einfach“, fasste Weber zusammen. Er freue sich aber darüber, dass damit Familien die Möglichkeit gegeben werde, Kind und Beruf besser in Einklang zu bringen. 

VON DENNIS KLÜTING

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