Bilanz des Wesendorfer Fundbüros

Weniger Fundstücke im Coronajahr

Das Rathaus der Samtgemeinde Wesendorf im Schnee im Winter
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Das Fundbüro der Samtgemeinde Wesendorf verzeichnet weniger Fundsachen für 2020.
  • Dennis Klüting
    vonDennis Klüting
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Fahrräder, Schlüssel, Kleidungsstücke und Smartphones: Das sind die üblichen Gegenstände, die im Fundbüro der Samtgemeinde Wesendorf abgegeben werden.

Wesendorf – Auch im Fundbüro der Samtgemeinde Wesendorf merkt man das Corona-Jahr: „Es sind deutlich weniger Fundsachen als sonst“, erklärt Dorothea Strack. Mit ihren Kolleginnen vom Bürgeramt betreut sie auch das Fundbüro der Samtgemeinde Wesendorf. „Besonders Fahrräder sind im vergangenen Jahr weniger abgegeben worden als in den Jahren zuvor“, sagte Strack. Sie vermutet, dass das am Ausfall der Schützenfeste und anderer Volksfeste liegt. „Gerade danach wurden oft Fahrräder bei uns abgegeben.“ Dennoch hätten sich zwischen November und Januar vier herrenlose Fahrräder im Fundbüro befunden – „viel für diese Jahreszeit“, urteilt Strack.

Weitere „klassische“ Fundstücke seien Schlüssel, Smartphones, aber auch Kleidung. „Aktuell wurde beispielsweise eine Daunenjacke für Kinder bei uns abgegeben“, berichtete Strack. Gelegentlich fänden aber auch kuriosere Gegenstände ihren Weg ins Fundbüro. „Es wurde beispielsweise schon ein Rollator bei uns abgegeben“, führte die Sachbearbeiterin auf. „Ebenso ein pinker Handschuh und eine Adonis-Figur. Einmal hatte jemand sogar schon ein Gebiss abgegeben.“

Grundsätzlich könne man auf dem Land beobachten, dass die Bürger ehrlicher seien und mehr Fundstücke im Findbüro abgäben anstatt die Gegenstände selbst zu behalten. „Man kennt sich auf dem Dorf eben auch“, sagte Strack. „Einmal hatte ein Jugendlicher sogar einen Fünf-Euro-Schein abgegeben, den er gefunden hatte.“

Doch nicht alle Fundstücke werden auch wieder von ihren rechtmäßigen Eigentümern abgeholt. „Vieles bleibt auch liegen“, bedauerte Strack. Grundsätzlich müsse das Fundbüro die Fundsachen ein halbes Jahr lang aufbewahren. „Wenn sich dann noch kein Besitzer gemeldet hat, kann der Finder einen Eigenanspruch geltend machen.“ Dies werde besonders bei Fahrrädern oft gemacht. „Seltener bei Kleidung, bei Schlüsseln natürlich gar nicht“, so Strack. „Aber bei Fahrrädern sieht das anders aus, die gehen immer gut weg.“ Wenn vom Finder auch kein Eigenbedarf angemeldet wird, werden die Gegenstände entsorgt oder für einen kleinen Obolus veräußert. „Es gibt allerdings auch Dinge, die gar nicht direkt im Fundbüro aufgenommen werden“, sagte Strack. „Nämlich alles, was eine eindeutige Identifikation des Eigentümers zulässt – Portemonnaies mit entsprechenden Karten oder einem Führerschein zum Beispiel.“ In solchen Fällen werden die Eigentümer direkt angeschrieben und können sich ihre Gegenstände abholen.

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