Eigentümergemeinschaft will Anlagen bei Westerholz/Wahrenholz errichten lassen

Fünf weitere Windräder geplant

Nördlich der Landesstraße von Wahrenholz nach Westerholz könnten maximal fünf Windräder entstehen. Während der ersten Info-Veranstaltung zeigte das Planungsbüro wie dann die Aussicht wäre. Fotomontage: BBB Umwelttechnik

Wahrenholz. Nachdem der Entscheid für zwei Windräder für Westerholz gefallen ist (das IK berichtete), plant die Eigentümergemeinschaft Windkraft Wahrenholz-Westerholz nördlich der L 286 einen erweiterten Windpark mit fünf Anlagen.

Mittwochabend gab es im Gasthaus Krendel in Wahrenholz eine Informationsveranstaltung.

Deutlich wurde, dass es sich um eine Erweiterung des Windvorranggebietes handelt. „Auf Anraten des Landvolkes haben wir uns zu einer Eigentümergemeinschaft, bestehend aus 20 Grundstückseigentümern, zusammengetan, um nicht von einzelnen Firmen überfahren zu werden“, erläuterte Ernst Pape, ein Sprecher der Gemeinschaft. Daraufhin habe man sich einen Planer gesucht, um in einer Zeitschiene von drei Jahren die Vorbereitungen zu treffen. Erst wenn die Baugenehmigung vorliege, wolle man mit Windkraftbetreibern Kontakt aufnehmen. „Ob Anlagen kommen werden, steht noch nicht fest. Das Bedarf der Unterstützung und Akzeptanz der Bevölkerung und der Politik“, machte Pape deutlich.

Das geplante Projekt stellte am Mittwoch Gerhard Binotsch von der BBB Umwelttechnik aus Gelsenkirchen vor, die bereits in Wettendorf/Bottendorf als Planer aktiv war. Mit Wahrenholz und Westerholz sind zwei Kommunen betroffen. „Wir wollen die Planung des Windparks in enger Kooperation und Abstimmung mit den betroffenen Gemeinden, der Samtgemeinde und den Genehmigungsstellen des Landkreises vornehmen“, betonte Binotsch. Oberstes Ziel sei es, einen breiten Nutzen für die Gemeinden zu schaffen. „Das heißt nicht, nur Gewerbesteuern et cetera im Blick zu haben, sondern aus Teilen der Pachteinnahmen soziale Einrichtungen zu fördern“, so der Planer weiter. Auch wolle man den Bürgern die Möglichkeit einer Investition geben. Ansonsten käme als Investor ein Energiebetreiber, in diesem Fall die LSW, in Betracht. Durch die Beteiligung an einer oder mehrerer Anlagen profitieren die Bürger von dem Erfolg des Projekts.

Die Grundstückseigner leisten jährlich eine Zahlung von 2000 Euro pro Jahr und Windanlage aus den Pachteinnahmen. Das wären 10 000 Euro. Per Eigenverpflichtungserklärung zahlt der Investor die gleiche Summe. „Wie werden diejenigen entschädigt, die direkt auf die Anlagen sehen müssen?“, wollte ein Bürger wissen. Dem konnte Binotsch nicht viel entgegnen. Nur: „Gar nicht.“ Es sei eine demokratische Entscheidung, ob der Windpark entstehen werde oder nicht. „Die nicht betroffen sind, werden immer dafür stimmen“, so ein Anwohner.

Der Abstand zu Siedlungsgebieten beträgt 1000 Meter, zu Einzelhäusern mindestens 500 Meter, zu Straßen und Waldrändern 150 Meter. Bedenken äußerten einige Zuhörer was den Geräuschpegel, den Schattenwurf und die Nachtbeleuchtung betrifft. „Bei modernen Anlagen kann der Schall gemindert werden. Jedoch ist der Schattenwurf schlimmer als der Schall“, so Binotsch und beruhigte: „Wir planen Anlagen mit Null-Schatten. Das heißt, die Anlage schaltet sich automatisch aus.“ Eine Nachtbeleuchtung sei jedoch vorgeschrieben bei einer Anlagenhöhe ab 100 Metern. Eine Möglichkeit wäre, nur die Eckpunkte der Anlage nachts zu beleuchten.

Den Nutzen für die Gemeinde beschrieb Binotsch folgendermaßen: Ein städtebaulicher Vertrag soll festlegen, dass den Gemeinden durch die Bauleitplanung keine Kosten entstehen. In der Betriebsphase sollen die Kommunen 1 Prozent der Erlöse aus der Stromproduktion erhalten. Dafür seien Gegenleistungen zu erbringen, die kommunale Jobs sichern, zum Beispiel durch Pflegemaßnahmen der Ausgleichsmaßnahmen. Die Gemeinschaft suche sich den Investor aus und vereinbare einen Nutzungsvertrag, der im Grundbuch gesichert werde. „Selbst wenn ein Grundstückseigentümer wegzieht oder verkauft, bleibt die gegründete Gesellschaft bestehen. Die Flächen sind privat“, erklärte Binotsch.

Wo der Strom schließlich eingespeist wird, wird erst ein Thema sein, wenn es Planungssicherheit gibt. „Hier ist es in der Regel die LSW. Wo die Trassen/Kabel verlaufen – unter welchen Bächen, über welche Grundstücke bedarf Genehmigungen“, erklärte Binotsch. Voraussetzungen für eine Genehmigung des Parks sind diverse Prüfungen. So werden unter anderem Ornithologen ein Jahr lang die Flugbewegungen von Vögeln prüfen.

Von Carola Peiser

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