Wesendorf: Pilotveranstaltung im Landkreis Gifhorn

Richtig sitzen, richtig bremsen: Fahrsicherheitstraining für Senioren im Hammersteinpark

Alles bremst auf mein Kommando: Jürgen Wittkowski von der Verkehrswacht trainierte gestern Morgen zehn Senioren im Wesendorfer Hammersteinpark in Sachen Verkehrs- und Fahrsicherheit.
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Alles bremst auf mein Kommando: Jürgen Wittkowski von der Verkehrswacht trainierte gestern Morgen zehn Senioren im Wesendorfer Hammersteinpark in Sachen Verkehrs- und Fahrsicherheit.
  • VonSteffen Schmidt
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Wesendorf. „Ich fahre seit 55 Jahren Auto, aber hier lernt man immer noch was dazu“, raunt ein Teilnehmer in die Runde der vier Senioren, die gestern Morgen auf einem großen Parkplatz im Wesendorfer Hammersteinpark den Ausführungen eines Mannes in gelber Warnweste lauschen.

Dieser Mann ist Jürgen Wittkowski, seines Zeichens Fahrsicherheitstrainer von der Verkehrswacht. Insgesamt zehn Senioren klärt er gestern anschaulich und durchaus humorvoll über die richtige Sitzposition, das Sichtfeld, Lenkradhaltung und andere Sicherheitsaspekte im Automobil auf.

Wie ist die richtige Sitzposition? Schon am Basiswissen setzte das Training für Senioren an.

Anlass des Ganzen ist das bundesweit einmalige Fahrsicherheitsprogramm für Senioren „Fit im Auto“, das die Niedersächische Landesverkehrswacht zusammen mit dem Niedersächsischen Fahrlehrerverband und dem Landesverkehrs- und Innenministerium seit Frühjahr 2015 anbietet und das unter der Schirmherrschaft von Landesvater Stephan Weil steht. Mit der gestrigen Pilotveranstaltung im Hammerstein-Park ist das Projekt nun auch im Landkreis Gifhorn angekommen. „Nächstes Jahr werden wir dann weitere Kurse anbieten“, kündigt Lutz Dietrich von der Gifhorner Verkehrswacht an.

Auch auf spiegelglatter Fahrbahn konnten die Teilnehmer ihr Können in Form einer Gefahrenbremsung unter Beweis stellen.

Den Teilnehmern entstehen dabei kaum Kosten. 30 Euro zahlen sie für das vierstündige Programm, denn es gibt Unterstützung durch die Kommunen, erklärt Dietrich. Für das Geld bekommen die Senioren einiges geboten. Dem theoretischen Unterricht, der beispielsweise auch über Neuerungen im Verkehr und an der Technik aufklärt, schließt sich ein dynamisches Fahrtraining, etwa mit Gefahrenbremsung auf nasser und eisglatter Fahrbahn, sowie eine Ausfahrt im Fahrschulwagen in den Realverkehr an. Ziel des Programms ist es, den Senioren das nötige Selbstvertrauen und die Sicherheit im Straßenverkehr – auch in schwierigen Situationen – zu geben. „Es geht nicht darum, die Fahreignung zu überprüfen“, stellt Dietrich klar. Das Training sei viel mehr eine gute Möglichkeit, sich selbst auf den neusten Stand zu bringen und das Wissen aufzufrischen. Denn: „Die Senioren von heute sind bedeutend länger mobil“, sagt Dietrich, und gerade im ländlichen Raum auch häufiger auf das Auto angewiesen.

Daneben gehe es aber auch generell um die Sicherheit im Straßenverkehr: Verkehrsunfälle werden mittlerweile beinahe genauso oft von über 70-Jährigen wie von Jugendlichen zwischen 18 und 24 verursacht, berichtet Dietrich.

Das Programm will diesem Trend entgegensteuern. Die Resonanz darauf ist bisher gut. Das sah man auch im Hammersteinpark. Auf Feedback-Tafeln fand sich mit Attributen wie „lehrreich“, „informativ“ oder „angenehm“ ausschließlich Lob.

Von Steffen Schmidt

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