Sorge, aber „keine Hysterie“

Erste Reaktionen nach dem Corona-Fall an der Wahrenholzer Grundschule

Eine Klasse in Quarantäne: die Grundschule Wahrenholz.
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Eine Klasse in Quarantäne: die Grundschule Wahrenholz.

Wahrenholz – Ein Corona-Fall an der Wahrenholzer Grundschule, 21 Kinder und eine Lehrkraft in Quarantäne – diese Nachricht kam am Donnerstagabend. Von der Schulleitung waren gestern keine weitergehenden Informationen zu bekommen, diese verwies auf die Landesschulbehörde.

Deren Sprecher berichtete allerdings auch nur, dass die Behörde der Schule beratend zur Seite stehe – alles andere sei Sache des Gifhorner Gesundheitsamtes.

Der Wesendorfer Samtgemeindebürgermeister René Weber als Chef des Schulträgers sagte dem IK gestern auf Anfrage, er sei am Donnerstag von der Schule selbst über den Corona-Fall informiert worden. Als Sofortmaßnahme sei in Absprache mit dem Gesundheitsamt der Klassenraum abgeschlossen worden. Das Reinigungspersonal sei für die besondere Situation sensibilisiert worden – zum einen zum eigenen Schutz, zum anderen wegen der besonderen Bedeutung der Flächendesinfektion.

Weber hatte schon seit Längerem moniert, dass der Landkreis nicht darüber informiert, wie viele Corona-Fälle es in welchen Gebietseinheiten gibt. Diese Information habe er nun am gestrigen Freitag zum ersten Mal bekommen, wie auch die übrigen Hauptverwaltungsbeamten im Kreisgebiet. Öffentlich sind diese Informationen damit nicht – die Rathauschefs bekommen die Zahlen laut Weber „nur für den Dienstgebrauch“. Insbesondere für Fälle wie nun in Wahrenholz finde er es wichtig, vom Landkreis „ins Boot geholt zu werden“.

Vom Schulelternrat waren gestern zunächst auch keine Informationen über die Situation an der Schule zu bekommen. Bürgermeister Herbert Pieper sagte dem IK auf Anfrage, er habe von einiger Sorge unter Eltern von Grundschülern gehört, es gebe aber „keine Hysterie“.

Eine Wahrenholzer Mutter sagte auf IK-Anfrage, dass es momentan generell schwierig sei, mit der Gesamtsituation umzugehen. Da der Inzidenzwert ständig schwanke, habe man kaum Planungssicherheit. Einfacher wäre es aus ihrer Sicht daher, das Szenario B einzuführen, da man dann wenigsten wisse, woran man ist.

Probleme bereite auch das Homeschooling. Viele Familien in Wahrenholz hätten kein gutes Internet. Andere Eltern hätten ihr ebenfalls berichtet, dass man dafür keinen geeigneten Raum habe.

Die aktuelle Stimmung beschreibt die Mutter mit den Worten: „Die Stimmung ist am Boden.“ Die Kinder seien öfters traurig, gerade durch die mangelnden Kontakte, etwa zu den Großeltern. Und Telefonie ersetze eben nicht den persönlichen Kontakt.

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