Dreschen wie die Großeltern: 500-jähriges Hofjubiläum in Groß Oesingen mit Aktionen vieler Vereine

Erinnerungen an harte Knochenarbeit

Erich Milter zeigte sich in einer historischen Post-Uniform.

Groß Oesingen. 500 Jahre Hof Thies – das war am Sonnabend für ganz Groß Oesingen ein Grund zum Feiern. Hunderte Besucher aus Nah und Fern nahmen teil an dem Spektakel mit historischer Landmaschinenschau, Gang durchs alte Backhaus, Dreschfest und ländlichen Gaumenfreuden.

Der Kinderförderverein Maiglöckchen bot Mitmachaktionen für die jungen Besucher an. Fotos: Frankewitsch

„Gemeinsam mit dem Heimatverein und unseren Gästen feiern wir den Hofgeburtstag“ sagte der Hofherr Carsten Fickendey-Engels. Die Mitglieder des Heimatvereins unter der Regie ihres Vorsitzenden Friedhelm Dierks unterstützten tatkräftig mit diversen Aktionen wie dem Dreschfest das Hoffest. So wurde das Korn aus Getreidebünden mit einer Dreschmaschine von anno 1950 gedroschen. „Das war eine beschwerliche und harte Arbeit für jeden Beteiligten“, berichteten mehrere Zeitzeugen übereinstimmend. Staub, Lärm, harte Knochenarbeit, technische Defekte und die Sommerhitze – Erntezeit war kein Zuckerschlecken. Doch auch das wurde geschafft, hieß es.

Heute wirkt es romantisch – aber die Feldarbeit in früheren Zeiten war äußerst beschwerlich. Freunde historischer Landmaschinen kamen in Groß Oesingen am Sonnabend auf ihre Kosten.

Könnte der Hof Thies erzählen, ginge der Blick freilich noch viel weiter zurück. Der Bauernhof ist seit 1513 in Familienbesitz. „Das ist in der heutigen, schnelllebigen Zeit nicht alltäglich “, meinte Fickendey-Engels. Seine Mutter trägt den Geburtsnamen Thies. Vor zehn Jahren übernahm der Land- und Forstwirt von ihr den Hof unmittelbar an der heutigen B 4, die schon in früheren Zeiten als alte Handelsstraße den Ostseeraum mit dem Harz verband. Da war den Betreibern reger Publikumsverkehr gewiss. Der Hof war denn auch ab ab 1634 Poststation und machte unter anderen mit Ausspann und Pferdewechsel sein Geschäft. „Das Backhaus von 1662 steht noch“, merkte Fickendey-Engels an, der heute sein Geld mit der Land- und Forstwirtschaft verdient.

Diverse Vereine, Verbände und Institutionen trugen zum Erfolg des Jubiläumsfestes bei. So zeigten die Heidesimis 03 ihre schönsten Simson-Exemplar: Mofas, Mokicks und Mopeds mit Modellnamen wie Star, Sperber, Habicht, Schwalbe und Spatz. Das Schützenmusikcorps und die Trachtentanzgruppe zeigten ihr musikalisches und tänzerische Können. Der Kinderförderverein Maiglöckchen und die heimische Jägerschaft waren mit ebenfalls mit von der Partie und boten etwas für alle Generationen. Die emsigen Landfrauen und die Helfer im Heimatverein sorgten für das leibliche Wohl mit leckerem Grillgut sowie Kaffee und Kuchen.

Von Thomas Frankewitsch

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