Die erfolgreiche Erfüllung eines Traumes: Wahrenholzerin steht seit vergangenem Dezember vor der Kamera

Model und Mutter – wer ist Pearl Blanched?

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Pearl Blanched kommt aus Wahrenholz, macht seit einem Dreivierteljahr Karriere als Pin-Up-Model und das mit Erfolg. Im IK-Interview spricht sie über ihren großen Traum, wie er in Erfüllung ging und was sie in der nächsten Zeit noch vor hat.

Wahrenholz. Ihre Körper gelten als Schlankheitsideal, sie zeigen ihre Größe, erregen Aufsehen, aber auch Mitleid: Models. Nicht so Pearl Blanched aus Wahrenholz. Sie ist 30 Jahre alt, trägt Kleidergröße 38 und ist 1,71 groß. Sie ist bodenständig.

Mutter von zwei Kindern – und hat es trotzdem gewagt und geschafft. Mehr zufällig als geplant: „Meine Freundin ist Fotografin und hat mich fotografiert. Das war im vergangenen Dezember. Die Fotos kamen super an, und so war es ein Start von Null auf Hundert“, erklärt Pearl Blanched. Schnell habe sie mehrere Fotoshootings angeboten bekommen.

Der Künstlername ist ihr wichtig, dient als „Schutz für mich, mein Privatleben und all diejenigen, die mein Privatleben mit mir teilen.“ Und: „Die Wahrenholzer halten dicht, obwohl mich jeder kennt, ich hier geboren, getauft und aufgewachsen bin“, schmunzelt sie im IK-Gespräch. Wie sie ausgerechnet auf diesen Namen gekommen ist? „Ich habe immer Perlenohrringe getragen – daher das ‘Pearl’. ‘Blanched’ bedeutet im Englischen etwas kleines Abgebrühtes und so entstand mein Künstlername.“

In der Kleiderwelt der 50er und 60er Jahre ist sie zu Hause. Petticoats und Oldtimer sind ihr Metier und ihre Leidenschaft. „In der Rockabilly-Szene haben die Frauen mehr Kurven. Da sehen die Kleider auch besser aus. Für den normalen Laufsteg wäre ich einfach zu dick“, erklärt die 30-Jährige. Doch sie steht zu ihrer Figur. „Ich fühle mich in meinem Körper wohl – auch nach zwei Schwangerschaften. Ich möchte nicht nur gemocht werden, weil ich ein Körper bin, sondern weil ich eine Person bin“, meint sie. Das „Zurschaustellen von Körpern“ finde sie persönlich nicht gut. Deswegen appelliert sie auch an junge Mädchen: „Denkt nicht nur an den Moment, sondern an die Zukunft. Das ist schwer, aber dafür muss man sich Zeit nehmen. Das Modelbusiness ist kurzlebig. Die meisten Modelkarrieren sind nach dem 30. Lebensjahr beendet.“ Deswegen, so Pearl Blanched, sollte man zunächst einen Beruf erlernen.

Modeln – das ist für sie ein Traum, den sie nun verwirklichen konnte. „Ich fühle mich jedes Mal wie eine Prinzessin, wenn ich die Petticoats trage und geschminkt werde, und ich freue mich, dass ich mir die Bilder ansehen kann, wenn ich alt bin. Darauf bin ich stolz“, erklärt Pearl Blanched. Die Fotos und die Anerkennung dafür seien für sie eine Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein.

Doch trotzdem möchte sie nicht abheben. „Ich komme aus einer Ecke aus Heide und Moor, wo man ein Model eigentlich gar nicht erwartet“, sagt die Wahrenholzerin und fügt an: „Ich will nicht wegziehen. Meine Wurzeln sind in Wahrenholz, und da werden sie auch bleiben. Die buddelt mir keiner aus.“

Was in der nächsten Zeit für Pearl Blanched ansteht, wie sie sich ihren Lebensabend vorstellt und woher sie die vielen Kleidungsstücke für ihre Shootings bekommt, verrät das Model im IK-Interview:

IK: Haben Sie einen Agenten?

Pearl Blanched: Ich bekomme das im Moment noch alleine hin, aber ich habe schon darüber nachgedacht. Solange es geht, möchte ich es allerdings selber machen, weil ich dann auch selektieren kann, was ich machen möchte.

IK: Möchten Sie mal bei einer Fashionweek laufen?

Pearl: Nicht unbedingt. Lieber Fotos. Auf dem Laufsteg braucht man nur einen falschen Schritt zu tun. Außerdem ist man auf dem Laufsteg nur ein Objekt, was ein Kleidungsstück präsentiert, aber bei Fotos kann man nicht nur dichter mit Menschen zusammenarbeiten, sondern auf den Fotos spiegelt sich auch die Persönlichkeit wider.

IK: Was passiert, wenn der Traum zerplatzt und Sie nicht weiter mit Ihrer Model-Karriere kommen?

Pearl: Der Traum kann nicht zerplatzen, weil ich diesen Traum auch zu Hause lebe und nicht nur auf den Fotos. Wir haben zum Beispiel große alte Kisten und auch eine Landhausküche im Stil der 50er und 60er Jahre. Das schöne an dieser Zeit ist, dass man sich mehr Zeit gelassen hat. Zum Beispiel mehr Zeit für die Familie – und das versuchen wir auch ein bisschen zu leben.

IK: Wie steht es mit dem Ausland – haben Sie auch Ambitionen, dort eines Tages zu modeln?

Pearl: Ich würde gerne mal in die USA, zum Beispiel Las Vegas. Dieses Jahr geht es für Fotos noch in die Schweiz und vielleicht auch nach Österreich. Aber schauen wir mal, was noch kommt…

IK: Was ist Ihr bisher größter Erfolg?

Pearl: Das angesagte US-Pin-up-Magazin Delicious Doll hat eine Foto-Anfrage gestellt und druckt meine Fotos. Das ist eine Bestätigung, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

IK: Woher bekommen sie die ganzen Kleidungsstücke für Ihre Shootings?

Pearl: Teilweise habe ich mir die Kleidung angeschafft. Sonst gibt es aber auch Kleiderkreisel, wo Sachen getauscht werden. Entweder von Model zu Model oder auch mit Privatpersonen. Das macht Spaß.

IK: Wie lange haben Sie vor zu modeln?

Pearl: Ich hoffe doch so lang es geht, aber spätestens mit 65 möchte ich Ruhe einkehren lassen. Ich möchte meinen Lebensabend genießen und vielleicht meinen Enkelkindern die Fotos zeigen und sagen: „So sah die Oma mal aus.“

Von Maike Scholz

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