Der Einsatz stimmt

Es brennt, die Feuerwehr ist da. So wie auf dem Bild rücken die Kameraden schnell an. In vielen Orten besteht aber ein Einsatzkräftemangel. Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Kaiserwinkel sieht es personell nicht gut aus. Foto: pixelio.de

Kaiserwinkel. Sie sind schnell da, wenn man sie braucht und das ist auch gut so. Jeder der 112 wählen muss, ist froh, wenn die Feuerwehr rasch anrückt. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr leisten ihren Einsatz ehrenamtlich. Viele Wehren leiden aber unter Nachwuchsmangel oder sind knapp besetzt. Wie die Freiwillige Feuerwehr Kaiserwinkel, die in ihrem Ort sogar mehr als ihre Aufgaben leistet.

Nicht jeder Junge will mehr Feuerwehrmann werden. So scheint es, denn an vielen Orten gibt es Probleme, Nachwuchs für die Wehren zu haben respektive jüngere Kameraden als Nachfolger von Ausscheidenden zu gewinnen. „Wir können auf keinen Kameraden verzichten“, sagt der stellvertretende Kreisbrandmeister und Abschnittsleiter Nord im Landkreis Gifhorn, Martin Nagel.

104 Feuerwehren gibt es derzeit im Landkreis, seit Ende September ist es eine weniger. Die Wehr des Wittinger Ortsteils Stöcken wurde wegen Personalproblemen aufgelöst. In Kaiserwinkel gibt es auch Personalsorgen. Derzeit zählt die Wehr für den 109 Einwohner zählenden Ort nur noch 16 Kameraden.

Drei gehen zum Ende des Jahres, einer kommt hinzu. Kaiserwinkels Ortsbrandmeister Eckhard Wiele sieht als Problem aller Feuerwehren „die demografische Entwicklung“. Und die macht auch in Kaiserwinkel nicht halt. „Die Feuerwehren müssen überlegen, wie man das löst“, sagt er zum dem Mangel an Einsatzkräften. Die angedachte Anhebung des Dienstaustrittsalter vom 62. auf das 67. Lebensjahr „hilft uns nicht weiter“, meint er.

Per Gesetz müssen 18 Kameraden zu einer Wehr gehören – oder dass sie bereit zum Einsatz bleibt. „Man muss sehen, dass man die Feuerwehr so aufstellt, das sie einsatzfähig ist“, erklärt Wiele. Bei seiner Wehr klappt das noch. „Wir können unsere Aufgaben leisten, auch mit weniger Leuten“, erläutert der Ortsbrandmeister. Die Wehr zeigt auch Einsatz, wenn es nichts mit dem Brandschutz zu tun hat. „Wir machen auch andere Aufgaben, wenn man uns fragt, zum Beispiel bei Festen“, merkt Wiele an.

In den kleinen Ort gehört die Feuerwehr irgendwie dazu. „Bei uns hat die Feuerwehr einen anderen Stellenwert“, weiß er. Um auch die Kaiserwinkeler Wehr aufrecht zu erhalten sei es das „Ziel, dass man die Leute fördert“. Die Nachwuchskameraden arbeiten in der Jugendfeuerwehr Parsau/Kaiserwinkel zusammmen. Sie sind die Zukunft der Brandschützer. Wenn diese mit 16 Jahren aktives Mitglied der Wehr sind, würden sie ausrücken, wenn man 112 wählen muss.

Von Benjamin Post

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