Landkreis Gifhorn prüft Standort / Samtgemeinde gibt formelle Bewerbung ab

Eine IGS für Wesendorf?

Fredegar Henze

Landkreis Gifhorn/Wesendorf. In der Gemeinde Sassenburg gibt es sie seit dem Schuljahr 2010/11: die Integrierte Gesamtschule (IGS). Nun soll eine zweite im Landkreis Gifhorn folgen.

Dazu prüft derzeit eine Planungsgruppe, die sich aus Politik, Verwaltung sowie Elternvertretern zusammensetzt, mehrere Standorte. Neben Isenbüttel und Gifhorn ist auch Wesendorf im Gespräch. „Von dort ist uns signalisiert worden, dass man bereit sei, in der Gemeinde eine IGS einzurichten“, sagt Fredegar Henze, Vorsitzender der Kreistagsfraktion Grüne/Piraten/Linke, auf IK-Anfrage.

Laut dem Schulentwicklungsplan (SEP) des Landkreises Gifhorn ist der derzeitige Bedarf „unter Zugrundelegung von ausgewogenen Wegzeiten und Beförderungsstrecken“ nicht gedeckt. Daher erscheine ein weiterer Standort notwendig.

„Wir müssen sehen, dass wir eine IGS finden, die 2013 beginnen kann“, erklärt SPD-Kreistagsfraktionschef Rolf Schliephacke. Er räumt jedoch ein, dass es „ein ziemlich enger Zeitplan ist, den wir uns gesteckt haben“. Trotzdem wünscht sich Landrätin Marion Lau ein zügiges Vorgehen: „Ich hoffe, dass wir bis zum nächsten Schuljahresbeginn eine Entscheidung getroffen haben.“

Bis dahin muss die Planungsgruppe jedoch noch einige Kriterien bei der Auswahl des möglichen Standortes prüfen. Das ist zum Beispiel die Räumlichkeit. „Es muss geprüft werden, ob bauliche Maßnahmen notwendig sind, um eine IGS in Betrieb zu nehmen“, erklärt Karsten Kreutzberg, Fachbereichsleiter für Schulwesen beim Landkreis Gifhorn. Dabei geht es um die Frage des Raumprogramms, und ob es in eine IGS hineinpasst.

Samtgemeindebürgermeister Walter Penshorn sieht für die Wesendorfer Oberschule gute Chancen, zum Zuge zu kommen: „Sie ist dafür geeignet. Deshalb haben wir uns auch formell für eine Gesamtschule beworben.“ Allerdings prognostiziert Penshorn für die kommenden Jahre rückläufige Schülerzahlen. „In ein paar Jahren werden wir dort nur noch 500 Schüler haben.“

Wie die Chancen stehen, dass Wesendorf eine IGS bekommt, dazu gibt es noch unterschiedliche Meinungen. „Die Schule hat einen guten Eindruck hinterlassen“, bestätigt Lau auf IK-Anfrage. CDU-Kreistagsfraktionschef Helmut Kuhlmann schließt jedoch Wesendorf als möglichen Standort aus. „Ich halte es für unwahrscheinlich, denn er ist zu dicht an Sassenburg.“

Das letzte Wort habe die Politik, betont Lau. „Erst wenn alle Faktoren zusammengetragen sind, wird die Arbeitsgruppe eine Entscheidung treffen.“ Der Schulausschuss Wesendorf wird sich mit der Prüfung am Donnerstag befassen. Seite 7

Von Volker Althoff

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