Der Zahrenholzer Hähnchenmäster Rainer Wendt hofft auf die Stallpflicht

„Ein langfristiges Problem“

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Der Stall ist im Moment ein „Hochsicherheitstrakt“: Wegen der in Norddeutschland grassierenden Vogelgrippe gelten höchste Sicherheitsbedingungen, Publikumsverkehr gibt es beispielsweise nicht. 

Zahrenholz. Rainer Wendt mästet in Zahrenholz 120 000 Hähnchen. Die Vogelgrippe, die momentan in Deutschland umgeht, sieht er als große Bedrohung – auch auf längere Sicht.

„Die Vogelgrippe tritt in diesem Jahr deutlich stärker und vor allem wesentlich flächendeckender auf“, betont Wendt im IK-Gespräch.

„In den Vorjahren waren die Ausmaße wesentlich geringer. Das deutet stark darauf hin, dass der Erreger nie ganz weg war, sondern, dass er eher geschlafen hat.“ Das Ausmaß der Verbreitung besorgt den Zahrenholzer. „Die größte Gefahr geht vom Vogelflug aus. Und der hat gerade erst angefangen.“

Rainer Wendt.

Für seinen Betrieb bedeutet das höchste Sicherheitsstufe. „Wir haben die Sicherheits- und Hygienemaßnahmen aufs Äußerste hochgeschraubt“, sagt Wendt. So setze er in den Ställen auf einen sehr strikten „Schwarz-Weiß-Bereich“, ganz besonders, was Schuhwerk und Boden angeht. „Denn auch darüber werden die Erreger oft verbreitet“, erklärt der Hähnchenmäster. Daher müssen beispielsweise auf dem Weg von draußen in den Stall nicht nur einmal, sondern gleich zweimal die Schuhe gewechselt werden. Die Arbeitskleidung, die im Stall getragen wird, werde täglich gewaschen, dazu kommen mehrere Desinfizierungen. „Es ist schon eine Art Hochsicherheitstrakt“, sagt Wendt schmunzelnd. „Außerdem findet momentan natürlich kein zusätzlicher Publikumsverkehr statt.“ Insgesamt sei Hygiene genau das, was Tierhalter tun könnten. „Es wird zwar daran geforscht, aber ein effektives und auch bezahlbares Gegenmittel gibt es momentan einfach nicht“, weiß der Zahrenholzer. „Und auch am Vogelflug kann man nichts ändern, die Zugzeit hat gerade erst begonnen. Daher ist die Hygiene das wichtigste Mittel gegen die Krankheit.

Zwar gebe es Tierseuchenversicherungen, jedoch kämen die auch nur für bis zu 70 Prozent des Schadens auf. 30 Prozent entfielen direkt auf die Betriebe. Daher sieht Wendt eine Stallpflicht als wichtige und notwendige Maßnahme gegen die Vogelgrippe an. „In der Regel sind es eher die kleineren Betriebe, die eine solche Maßnahme nicht einsehen“, meint der Landwirt. „Aber anders werden wir damit langfristig nicht fertig. Der Vogelflug hat gerade erst angefangen, mit der Krankheit werden wir länger zu kämpfen haben.“

Von Dennis Klüting

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