Heinrich Müller aus Zahrenholz berichtet dem NDR über den Juden Julius Katz

„Ein einzigartiger Fall“

Heinrich Müller (l.) erzählte dem Team des NDR vom Leben des Juden Julius Katz in Groß Oesingen. Dieser überlebte unbehelligt den Zweiten Weltkrieg.
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Heinrich Müller (l.) erzählte dem Team des NDR vom Leben des Juden Julius Katz in Groß Oesingen. Dieser überlebte unbehelligt den Zweiten Weltkrieg.

Zahrenholz/Groß Oesingen. Der Sattlermeister Julius Katz lebte im 20. Jahrhundert mit seiner Frau in Groß Oesingen. Das Besondere: Katz war Jude und überlebte den Zweiten Weltkrieg (das IK berichtete).

Nun besuchte der NDR den Zahrenholzer Zeitzeugen Heinrich Müller, um über diese unglaubliche Geschichte zu berichten.

„Dieser Fall ist einzigartig, ich glaube nicht, dass es in Norddeutschland einen vergleichbaren gegeben hat“, erklärt Müller.

Julius Katz, der 1914 nach Groß Oesingen kam, hatte als Sattlermeister im pferdereichen Groß Oesingen mehr als genug zu tun. Er engagierte sich in der Dorfgemeinschaft und übernahm auch das Amt des Vorsitzenden im Sportverein. Dieses musste er zwar mit der Machtübernahme des Nazi-Regimes niederlegen, war aber aufgrund der Ehe zu seiner nicht-jüdischen Frau Hanni vor der Deportation geschützt. „In der Dorfgemeinschaft wurde Katz nicht gemieden, er war überall gut gelitten“, erklärt Müller. Doch auch hier habe es Partei-Fanatiker gegeben, die Katz übel mitspielen wollten: So gingen mehrere Anzeigen gegen Katz ein, auch sein Haus sollte durchsucht werden. Bürgermeister und Ortsgruppenleiter Ernst Cordes hielt allerdings seine schützende Hand über Katz und verbürgte sich auch für ihn. [...]

Von Dennis Klüting

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