Anwohnerin fordert Notfallplan / Dialog mit Samtgemeinde Wesendorf

Eichenprozessionsspinner nun auch in Groß Oesingen aktiv

Die Raupe des Eichenprozessionsspinner.
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Die Raupe des Eichenprozessionsspinner.

Groß Oesingen. Er treibt sein Unwesen nun auch in der Gemeinde Groß Oesingen. „Ich habe von Nachbarn die Informationen, dass der Eichenprozessionsspinner bei ihnen ist“, sagt Sabine Heinrich.

Die Zahrenholzerin war am Mittwochabend bei der Sitzung des Gemeinderates und wies deutlich auf die Gefahren hin, die von den Tieren ausgehen. Für die Menschen seien diese vor allem während des Raupenstadiums sehr gefährlich, weil sie giftige Härchen ausbilden. Und diese können diverse Krankheitsbilder auslösen, erklärte Heinrich vor den Ratsmitgliedern.

Ihr ging es in dem kurzen Vortrag um den aktuellen Wissensstand. „Für mich ist interessant, wie viel man über die Tiere schon weiß, zum Beispiel wie sie aussehen. Denn die Verbreitung läuft ausdrücklich schnell“, betonte sie gegenüber den Politikern.

Auch Bürgermeister Jürgen Schulze ist die Problematik bekannt, entgegnete er der Anwohnerin. „Von einem Förster weiß ich, dass es die Tiere hier gibt“, sagte Schulze. Er stehe ständig im Dialog mit Marion Gieselmann vom Ordnungsamt der Samtgemeinde Wesendorf. Auf Anfrage des IK bestätigt diese, „dass wir uns dem Thema angenommen haben“. Sie holt sich derzeit Informationen von Behörden ein, unter anderem vom Kreis-Gesundheitsamt.

Ein Problem sei aber der Zuständigkeitsbereich, der noch nicht geklärt sei. Offen sei auch die Kostenfrage für mögliche Maßnahmen zur Beseitigung der Schädlinge. „Denn Privateigentümer, die die Tiere absammeln, müssten dafür selber bezahlen“, meinte Gieselmann.

Und genau die Kosten sind für Sabine Heinrich entscheidend. Aufgrund dieser Unklarheiten, aber auch zur Aufklärung der Bevölkerung machte sich die Anwohnerin bei der Gemeinderatssitzung für einen Notfallplan stark. „Die Leute müssen informiert werden, zum Beispiel durch Informationsveranstaltungen. Wir müssen präventiv vorgehen“, lautete die Forderung von Heinrich.

Diese Meinung vertrat auch Ratsherr Rolf Mahlzahn. „Wir müssen für das Thema sensibilisieren“, sagte er. Dennoch warnte er vor Schnellschüssen und meinte: „Wir dürfen bei der Problematik nun auch nicht überreagieren.“

Schulze verwies auf den Behördenweg: „Das Ordnungsamt der Samtgemeinde ist dafür zuständig und von dort geht es weiter zum Landkreis.“ Er versicherte aber zugleich, dass er bemüht sei, alles zu tun, was möglich sei: „Was wir können, bearbeiten wir weiter.“ Außerdem appellierte er, wie auch die anderen Ratsmitglieder, an die Bevölkerung, Auffälligkeiten weiterzugeben. Wem der Eichenprozessionsspinner auffällt, der sollte sich beim Gemeindebüro Groß Oesingen unter Telefon (0 58 38) 2 78 melden.

Von Volker Althoff

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