Wesendorf: Asbest-Rohre liegen unter den Straßen / Gesundheitsamt gibt Entwarnung

Droht Gefahr für das Trinkwasser?

+
Alte Rohre aus den 1980er- Jahren liegen unter der Celler Straße. Belasten diese die Gesundheit?

Wesendorf. Eigentlich ist Helmut Schiffler nicht beunruhigt über das, was direkt vor seiner Haustür verläuft. Vor seinem Grundstück an der Celler Straße in Wesendorf liegen unterirdisch Wasserleitungen, die aus Asbest bestehen.

„Doch angenehmer wäre es schon, wenn man wüsste ob es vernünftige Rohre sind“, ergänzt Schiffler.

Nicht nur bei ihm vor dem Haus verlaufen Asbest-Wasserrohre. In mehreren Straßen liegen solche Leitungen unterirdisch, bestätigt der Geschäftsführer des Wasserverbandes in Gifhorn, Andreas Schmidt, auf Anfrage des IK. „In der ganzen Bundesrepublik sind Asbestrohre eingesetzt“, sagt Schmidt. Asbest sei zwar gesundheitsgefährdend, meint er. Doch im Zusammenhang mit Wasserleitungen bestehe keine Gefahr. „Denn eine Schicht auf der Innenseite der Rohre sorgt dafür, dass das Asbest nicht in das Trinkwasser gelangt“, erklärt der Geschäftsführer. Das würden zudem wissenschaftliche Erkenntnisse belegen.

Insofern sei eine Diskussion um mögliche Gesundheitsgefahren, wie sie ein Anwohner jüngst in der Gemeinderatsitzung ansprach, „irreführend“, äußert sich Schmidt.

Auch der Leiter der Umwelthygiene vom Gesundheitsamt in Gifhorn, Hans-Ulrich Draheim, erkennt keine Gesundheitsgefahr, die von den Asbestleitungen ausgehen. „Die Fasern kommen gar nicht mit dem Wasser in Berührung“, versichert Draheim. Dafür sorge eine biologische Substanz.

Vielmehr sehe er Gefahren, wenn Asbest in der Umwelt, beziehungsweise in der Luft vorliegt. „Dann strömt der Werkstoff in die Lunge. Das ist gefährlich. Aber im Trinkwasser gibt es keine Gefahren“, betont Draheim nochmals ganz deutlich.

Diese Auskünfte überzeugen Dorothea und Heinrich Cordes nicht. Auch vor ihrem Wohnhaus an der Celler Straße verlaufen Wasserleitungen aus Asbest-Material. „Ich habe ein ungutes Gefühl“, sagt Dorothea Cordes. Sie trinkt zwar schon so lange, wie sie dort wohnt, Wasser aus der Leitung, aber unwohl ist ihr dabei schon. So fühlt sich ebenfalls eine Anwohnerin, die ihren Namen nicht lesen möchte. „Ungefährlich ist die ganze Sache nicht. Das Schlimme daran ist, dass das Thema heruntergespielt wird. Man sollte mit offenen Karten spielen.“

Die Gemeinde Wesendorf will die Asbest-Wasserleitungen gegen Kunststoffrohre austauschen, hat Bauamtsleiter René Weber in der Gemeinderatsitzung bestätigt.

Von Volker Althoff

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare