Geringe Nutzung der Jugendtreffs

Jugendarbeit der Samtgemeinde Wesendorf soll neu gestaltet werden

Die Mitglieder des Sozialausschusses der Samtgemeinde Wesendorf bereisten den Wagenhoffer Jugendtreff
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Der Wagenhoffer Jugendtreff wurde bei der Ausschusssitzung besichtigt.
  • Dennis Klüting
    VonDennis Klüting
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Wagenhoff – Mit der Nutzung der Jugendtreffs und der Zukunft der Jugendarbeit in der Samtgemeinde Wesendorf beschäftigte sich der Ausschuss für Jugend, Senioren und Soziales der Samtgemeinde Wesendorf am Dienstagnachmittag.

„Gerade mit Blick auf die Jugendlichen und die Senioren wünschen wir uns alle, dass die Pandemie möglichst bald endet und wieder Normalität einkehren kann“, sagte Samtgemeindebürgermeister Rolf-Dieter Schulze. Zusammen mit den Bürgermeistern der Mitgliedsgemeinden habe er bereits über die Möglichkeiten zur Neugestaltung der Jugendarbeit gesprochen. „Ziel ist es, einen Runden Tisch einzurichten, bei dem auch die Jugendlichen zu Wort kommen und ihre Wünsche äußern können.“ Daher sollen in allen Gemeinden Jugendliche angesprochen und um Mitwirkung gebeten werden.

Geringe Nutzung der Jugendtreffs

Diakonin Susan Heydecke berichtete aus den Jugendtreffs in Wahrenholz und Wesendorf, die die Samtgemeinde in Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden anbietet. „Die Sprechstunden, die wir im Frühjahr anstatt der regulären Jugendtreff-Zeiten angeboten hatten, wurden gar nicht oder nur sehr vereinzelt wahrgenommen.“ Zum Juni hin habe es in Wahrenholz wieder vereinzelten Zulauf gegeben. „Die Jugendlichen berichten, dass sie überwiegend in kleineren Grüppchen zuhause abhängen. Größere Cliquen haben sich meist aufgelöst“, so Heydecke. „Das merken wir in den Treffs natürlich.“ Im Wesendorfer Treff sei die Situation noch schwieriger: „Da ist lange überhaupt keiner gekommen.“ So habe das Team versucht, über Verköstigung der Konfirmanden eine Bindung an den Treff zu knüpfen oder an der Oberschule mit einem Glücksrad Gutscheine für Snacks im Treff verlost. „In Wesendorf wurde noch keiner eingelöst, in Wahrenholz nur ein paar“, bedauerte Heydecke. Insgesamt sei die Corona-Pandemie ein großes Hindernis für die Arbeit mit den Jugendlichen. „Zudem werden sie schulisch enorm ausgelastet, da bleibt wenig Zeit für den Besuch eines Treffs.“

Dies bestätigte Claudia Niemes, Leiterin der Samtgemeindejugendpflege. Sie erklärte, dass die Jugendarbeit ursprünglich Aufgabe des Landkreises sei. Da im Kreisgebiet jedoch so unterschiedliche Strukturen vorherrschen, wurde diese Aufgabe den zehn Gebietseinheiten übertragen. „Die offene Jugendarbeit – also in den Treffs in Ummern, Wagenhoff, Wahrenholz und Wesendorf – gestaltet sich dabei schwierig, die Nutzungszahlen sind sehr gering“, führte Niemes aus. „Wir glauben, dass da deutlich mehr geht.“

Die Ferienprogramme werden dagegen deutlich besser genutzt, die meisten Veranstaltungen sind ausgebucht. „Auch Familienfahrten sind immer sehr beliebt“, erklärte die Jugendpflegerin. „2021 wurde es sogar fast so gut angenommen wie vor der Pandemie.“ Damit könne man durchaus sehr zufrieden sein. Zudem werde zwei Mal jährlich ein Juleica-Seminar angeboten. Immer wieder gebe es Sonderveranstaltungen wie den Tag der Jugend oder Kooperationen mit Vereinen.

Neugestaltung und Finanzierung

Bei dieser Gelegenheit besuchten die Ausschussmitglieder den Wagenhoffer Jugendtreff, der passenderweise auch gerade geöffnet war. Jedoch war Tina Becker, Mitarbeiterin der Jugendpflege, allein in den Räumlichkeiten, Jugendliche blieben aus. „Wir haben den Billardtisch neu hier aufgestellt“, berichtete Becker. „Bevor der sonst eingelagert herumsteht.“ Zu Anregungen und Fragen zu unterschiedlichen Öffnungstagen konnten sie und Niemes auf ihren Erfahrungsschatz zurückgreifen: „Wir haben unterschiedliche Öffnungstag probiert und auch mit den Jugendlichen abgestimmt.“ Man müsse dabei auch die Aktivitäten der ortsansässigen Vereine im Blick haben. Auch Öffnungszeiten am Wochenende würden nicht stärker in Anspruch genommen, zumal viele Jugendliche auch für die Wochenenden bereits Pläne hätten.

Bei der anschließenden Beratung des Haushalts hinterfragte Heinrich Buchholz (GfSGW) die Aufwendungen für die Jugendtreffs. „Das ist doch viel Geld. Wollen wir das nicht lieber anderweitig verwenden? Beispielsweise im Ferienprogramm oder den Vereinen zweckgebunden für die Jugendarbeit zur Verfügung stellen?“ Heydecke räumte ein: „Ja, es ist viel Geld für vergleichsweise wenige Jugendliche. Aber in diese Treffs kommen meist Jugendliche, die von den Angeboten der Vereine nicht aufgefangen werden. Das ist wichtige Arbeit.“ Marion Weseloh (CDU) stimmte Heydecke zu und sprach sich ebenfalls dafür aus, die Jugendtreffs vorerst so fortzuführen – zumal ja eine Neugestaltung der Jugendarbeit vorbereitet werde. Buchholz zeigte sich noch nicht ganz einverstanden: „Schönewörde und Groß Oesingen haben keine Jugendtreffs. Dieses Geld sollte doch für Angebote in allen Gemeinden genutzt werden. Ganz fair ist diese Regelung ja nicht.“ Niemes antwortete: „Wir hatten auch dort Jugendtreffs, die aber nicht genutzt wurden. Wenn nun eine Gruppe Jugendliche zu uns kommt und gern einen Jugendtreff hätte, dann würden wir das sicherlich auch hinbekommen – es kam bislang nur niemand.“

Die Ansätze im Haushaltensentwurf wurden ohne Änderungen an den Samtgemeinderat empfohlen.

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