Wahrenholzer Heimatverein arbeitet an Kinderbuch

Über 1000 Jahre Ortsgeschichte für junge Leser

Vorsitzender Reiner Meyer (v.l.) zusammen mit „Factchecker“ und Koordinator Stefan Luttmer, Autorinnen Sigrid Bente und Marion Schuckart sowie Illustratorin Antje Trebesius
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Der Arbeitskreis „Kinderbuch“ des Wahrenholzer Heimatvereins
  • Dennis Klüting
    VonDennis Klüting
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Wahrenholz – Schon seit längerer Zeit hat der Heimatverein Wahrenholz mit dem Gedanken gespielt, ein Kinderbuch herauszugeben. „Es wäre einfach schön, die Geschichte von Wahrenholz und seinen Ortsteilen auch Kindern nahezubringen“, erklärt der Vorsitzende Reiner Meyer. Aus dieser Idee heraus ist ein Arbeitskreis gewachsen, zu dem neben dem Initiator auch die beiden Autorinnen Marion Schuckart und Sigrid Bente sowie Malerin Antje Trebesius und Koordinator und „Factchecker“ Stefan Luttmer gehören.

Ursprünglich hatte Meyer angedacht, mit einer zentralen Figur die verschiedenen Geschichten zu erzählen. „Das hätte dann natürlich das Wappentier von Wahrenholz, der Keiler, sein müssen“, so Meyer. Im Zuge der ersten Gespräche wurde dieser Ansatz verworfen, die Geschichten sollten aus der Perspektive von Kindern erzählt werden. „Eine einzige Figur über mehr als 1000 Jahre hinweg – das erschien uns etwas schwierig“, sagt Schuckart. Denn diesen Zeitraum sollen die 16 Geschichten umfassen. „So können wir direkt mit einer Sprache erzählen, die Kinder auch selbst benutzen“, so Bente. Ein gemeinsames Element wird es aber doch geben: Die 1000-jährige Eiche wird in allen Geschichten vorkommen.

So soll die Burg Wahrenholz in dem Buch ebenso Erwähnung finden wie Hermann Löns, das Feuer im Großen Moor und das große Dorfjubiläum in 2008. Aber auch jüngste Geschehnisse im Zuge der Corona-Pandemie sollen sich in dem Buch wiederfinden. „Dazu haben die Kinder ja schließlich auch einen direkten Bezug“, sagt Luttmer. „Und uns hat die Pandemie natürlich auch lange beschäftigt. Noch bis vor Kurzem haben wir alles per E-Mail oder Telefon erledigt, das ist jetzt eines unserer ersten persönlichen Treffen zu dem Projekt.“ Er ist besonders begeistert von dem Engagement, das seine Mitstreiterinnen an den Tag legen: „Es ist wirklich toll, wie sie sich einbringen. Alleine wäre ich dieses Projekt aber auch nicht angegangen.“ Bei den kreativen Schüben der beiden Autorinnen besteht immer Bedarf für Absprachen und Rückfragen. „Klar hat man bei einem Thema dann eine Szene vor Augen“, sagt Schuckart. „Aber man macht sich ja keine Gedanken darum, welchen Haarschnitt die Kinder im 15. Jahrhundert wohl hatten.“ Luttmer ergänzt: „Natürlich wird das für die Kinder auch nicht ganz so wichtig sein. Aber wir versuchen schon, so historisch akkurat wie möglich zu sein, damit die Kinder auch etwas lernen.“ Daher soll es zu jeder Geschichte auch eine „Wissens-Seite“ geben, auf der Fachausdrücke erklärt oder Ereignisse knapp zusammengefasst werden. „Bisher hatte ich das Dorflexikon immer nur vereinzelt gelesen“, gibt Bente zu. „Das hat sich jetzt natürlich geändert. Die Bereiche, in denen meine Geschichten spielen, kenne ich jetzt deutlich besser – und habe auch einen ganz anderen Bezug dazu.“

Zudem gibt es zu jeder Geschichte zwei Bilder: Ein atmospärisches, in dem die Stimmung der Zeit und der Ereignisse eingefangen wird und ein historisches, in dem sich alte Gebäude aus dem Ort wiederfinden sollen. Diese malt Antje Trebesius mit unterschiedlichen Techniken – etwa mit Buntstiften oder mit alkoholbasierten Filzstiften, bei denen die Farben verschwimmen können. „Angefangen habe ich mit den Stimmungsbildern“, erklärt Trebesius. „Die historischen Bilder werden einfacher, weil ich dafür eine konkrete Vorlage habe.“

Einen Titel hat das Kinderbuch noch nicht. „Es gibt noch nicht mal einen einheitlichen Arbeitstitel“, sagt Luttmer lachend. „Meist nennen wir es nur ‘das Kinderbuch’.“ Es soll voraussichtlich Ende 2022 erscheinen. Das Format soll dabei von dem der beiden vorigen Bücher des Heimatvereins abweichen, damit es für die Kinder besser zu lesen ist. „Daher muss beispielsweise auch die Schrift größer sein“, sagt Luttmer. Denn das Buch soll sowohl zum eigenständigen Lesen als auch zum Vorlesen geeignet sein. „Denkbar wäre aber auch eine Einbindung des Buchs in den Sachunterricht“, so Bente.

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