Dorf will innovatives Heizungskonzept für neue Mitte

Debatte um Geld für den Eisspeicher in Wahrenholz

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Die Bauarbeiten rund um die Alte Schmiede schreiten voran. Der Wahrenholzer Gemeinderat stellte in seiner jüngsten Sitzung zusätzliche Mittel zur Anschaffung eines Eisspeichers zur Verfügung.

Wahrenholz – Rund um die Alte Schmiede laufen die Bauarbeiten für das neue Wahrenholzer Dorfzentrum auf Hochtouren.

Als innovatives Heizungskonzept war eigentlich ein Naturwärmespeicher vorgesehen, doch die Herstellerfirma hatte einen rechtzeitigen Liefertermin zurückgezogen (das IK berichtete).

Daher soll nun ein Eisspeicher zum Einsatz kommen. Der Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung nun die Bereitstellung der nötigen Mittel in den Haushalt, um die Verhandlungen mit einer Fachfirma aufnehmen zu können.

„Prinzipiell funktioniert ein Eisspeicher ähnlich wie ein Naturspeicher“, erklärte Planer Martin Ehmen. „Jedoch sind die Absorber separat aufgestellt.“ Diese sollen auf dem Flachdach des Heizhauses platziert werden. Der Eisspeicher werde komplett unterirdisch angelegt und später nicht mehr zu sehen sein. Er soll etwa elf Meter Durchmesser und eine Höhe von zweieinhalb Metern haben. „Um ihn verbauen zu können, ist ein neuer Standort und vermutlich auch eine Grundwasserabsenkung nötig“, führte Ehmen aus. Dies bedeutet Mehrkosten von insgesamt 140 000 Euro, wie Bürgermeister Herbert Pieper erklärte. „In der Machbarkeitsstudie hat sich der Eisspeicher als wirtschaftlich und CO2-arm herausgestellt. Uns hatten die hohen Investitionskosten damals abgeschreckt. Nun bekommen wir aber noch 200 000 Euro an zusätzlicher Förderung, was ihn wieder attraktiv macht“, sagte Pieper.

Auf eine Anfrage von Olaf Balke erklärte Ehmen, dass ein Eisspeicher langlebig sei und lediglich die Pumpen nach etwa zehn Jahren erneuert werden müssten. Balke kritisierte die Investition als „Humbug, für den Steuergelder verbrannt werden.“ Er könne dem nicht zustimmen. Ernst Pape (UfW) betonte, dass Wahrenholz bei dieser Heizung CO2 einsparen und innovativ sein will: „Wir haben hier eine Energiequelle, die nicht dem Wettbewerb unterliegt, nicht teurer wird und außerdem auch kühlen kann. Wir sollten das machen – vorausgesetzt, dass es nicht noch teurer wird.“ Bärbel Schulze (UfW) erkundigte sich bei Ehmen, wann sich die Investition in den Eisspeicher amortisiere. „Das hatten wir in der Machbarkeitsstudie errechnet, ich meine, es waren 12 bis 15 Jahre“, so der Planer.

Der Einstellung zusätzlicher Mittel zu Anschaffung des Eisspeichers stimmte der Wahrenholzer Gemeinderat bei zwei Gegenstimmen mehrheitlich zu.

VON DENNIS KLÜTING

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