ThyssenKrupp-Mitarbeiter stehen ohne Kündigungen vor verschlossenen Toren

„Das ist eine Sauerei“

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Die Tore des Holzschwellenwerkes in Mahrenholz blieben gestern geschlossen.

Mahrenholz. Wut, Unmut und Frustration gestern in Mahrenholz: 16 Mitarbeiter von ThyssenKrupp wollten gestern Morgen zum ersten Dienst im neuen Jahr antreten – und standen am Holzschwellenwerk vor verschlossenen Türen.

Von den Verantwortlichen bei ThyssenKrupp soll niemand zu erreichen gewesen sein. Damit scheint die Schließung des Mahrenholzer Werkes, die bereits seit Mitte des Jahres im Raum stand, nun endgültig zu sein. Für die 16 Mitarbeiter, die eigentlich übernommen werden sollten, ist jetzt völlig unklar, wie es weitergeht: Sie haben Arbeitsverträge, aber keine Kündigung erhalten. Für die weiteren 22 Mitarbeiter sollen Sozialpläne exisitieren.

„Wir wissen nicht, was passieren wird“, heißt es. In Gesprächen vor Weihnachten hätte das Unternehmen schon signalisiert, dass es im Werk nicht weitergehen werde und auch, dass es keine Weiterführung durch Willibald Marmetschke geben werde. Den Mitarbeitern sei geraten worden, den Gang zur Agentur für Arbeit anzutreten. „Herr Marmetschke wird die Tore nicht aufschließen und keine Firma eröffnen“, ist man sich im Kreis der Mitarbeiter sicher. „Die Situation ist völlig offen. Das ist eine Sauerei.“ Unter den Mitarbeitern geht jetzt die Angst um, ob und wann sie noch Lohn erhalten, und wie sie ihre Familien ernähren sollen.

Den Klageweg könne sich finanziell niemand erlauben. Erste Erkundigungen bei einem Anwalt verliefen ernüchternd – angesichts des Umstandes, dass die Mitarbeiter keine Kündigung erhalten haben und mit ThyssenKrupp in einem Vertragsverhältnis stehen. „Das ist zum Kotzen“, heißt es aus dem Umfeld der Mitarbeiter.

Weder ThyssenKrupp noch die zuständige Gewerkschaft IG Metall waren für eine Stellungnahme gegenüber dem IK erreichbar.

Von Dennis Klüting und Paul Gerlach

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