Infoabend in Groß Oesingen: Umweltpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion lehnt umstrittenes Verfahren ab

„CO2-Verpressung wird es nicht geben“

Vor rund 35 Zuhörern referierte der umweltpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Martin Bäumler, im Gasthaus Zur Linde über die Kohlendioxid-Verpressung. Foto: Ohse

Groß Oesingen. „Eine Verpressung von Kohlendioxid wird es in Niedersachsen nicht geben. “ Das ist nicht nur die Meinung des umweltpolitischen Sprechers der CDU-Landtagsfraktion Martin Bäumler, sondern nach seinen Worten auch die der derzeitigen Landesregierung.

Auf Einladung der Gemeindeverbände Wesendorf und Hankensbüttel referierte der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Arbeitskreises Umwelt- und Klimaschutz am Dienstagabend im Gasthaus Zur Linde über Gründe und Motive des CCS-Verfahrens (Carbon Dioxide Capture and Storage).

Zwar gebe es quer durch die meisten Landesregierungen und Parteien auch Befürworter der Kohlendioxid-Verpressung, aber vor allem in Norddeutschland sind die Gegner in der Überzahl, so Bäumler. Denn in Niedersachsen und Schleswig-Holstein befänden sich die aussichtsreichsten Endlagerstätten des klimaschädlichen Gases, erklärte Bäumler.

Ein Interesse an dieser Kohlendioxid-Endlagerung hätten vor allem die großen Energie-Konzerne, die damit ihre Emissionen reduzieren, sogar „saubere Kohlekraftwerke“ hätten. „Die Verpressung kostet aber eine erhebliche Menge an Energie, die durch die vermehrte Verbrennung von Kohle wieder hereingeholt werden müsste. Das treibt die Energiekosten hoch. Bezahlen wird das der Endverbraucher“, befürchtete Bäumler.

Er wies auch auf den zusätzlich nötigen Einsatz von Chemikalien hin. „Ich bin nicht technikfeindlich. Aber man muss prüfen, inwieweit die nachfolgenden Generationen belastet werden. Wie beim Fracking hat man beim CCS heute den Nutzen, aber wenn das Gas erst einmal in der Erde ist, können wir es bei Gefahr nicht einfach wieder hoch holen “, stellte der umweltpolitische Sprecher klar.

Niemand könne sagen, ob das Kohlendioxid die nächsten 1000 Jahre im Boden bleibe oder nach und nach an die Oberfläche komme. Ein Verzicht auf die Kohlendioxid-Verpressung belasse auch den Druck auf die Energieversorger, die Energiegewinnung weiter zu optimieren. Selbst nach dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung DIW spiele die Technologie in den nächsten zwei Jahrzehnten keine Rolle.

Von Burkhard Ohse

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare