Prozess beginnt am 4. September / Mutmaßlichem Serien-Bankräuber droht lange Haftstrafe

Volksbank-Überfall: Charlie-Chaplin-Räuber vor Gericht

Der mit einer Charlie-Chaplin-Maske verkleidete Täter erbeutete 60.000 Euro.
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Der mit einer Charlie-Chaplin-Maske verkleidete Täter erbeutete 60.000 Euro.

Groß Oesingen/Landau in der Pfalz. Der mutmaßliche Bankräuber, der am 20. Januar 2012 die Groß Oesinger Volksbank überfallen haben soll, steht am Donnerstag, 4. September, zur Anklage vor dem Landesgericht Landau.

Beim Überfall auf die Groß Oesinger Volksbank wurde der Filialleiter mit einer Flinte bedroht und ein weiterer Mitarbeiter niedergeschlagen.

Dem einschlägig vorbestraften 33-Jährigen aus Halle werden noch sechs weitere Überfälle im Südwesten Deutschlands vorgeworfen. Dabei stehen Verbrechen wie besonders schwerer Raub, erpresserischer Menschenraub, Freiheitsberaubung, Körperverletzung und besonders schwere räuberische Erpressung auf der Anklageliste. Für den Prozess sind 26 Hauptverhandlungstage, der letzte davon am 24. November, angesetzt worden. Bislang sind zur Hauptverhandlung 114 Zeugen und zehn Sachverständige geladen.

Der Angeklagte saß bereits vorher zum Teil eine achteinhalbjährige Haftstrafe wegen mehrerer Banküberfälle ab, bevor er von einem Hafturlaub nicht zurückkehrte. Schon am dritten Tag seiner Flucht soll er die Volksbank in Groß Oesingen überfallen haben (das IK berichtete). Er soll dabei den Filialleiter mit einer abgesägten Bockflinte bedroht, einen weiteren Mitarbeiter niedergeschlagen und 60.000 Euro erbeutet haben. Innerhalb des nächsten Jahres soll er weitere sechs Kreditinstitute mit verschiedenen Schusswaffen überfallen und rund 300.000 Euro erbeutet haben. Im Rahmen einer Verkehrskontrolle in Spanien, nahe San Sebastian, stieß die Polizei bei der Überprüfung der Personalien auf den internationalen Haftbefehl. Der 33-Jährige versuchte noch zu fliehen, konnte aber gefasst werden. Er wurde nach Deutschland ausgeliefert und sieht nun einem großen Prozess und möglicherweise einer langen Haftstrafe entgegen.

Im Ermittlungsverfahren hat der Angeklagte von seinem Recht Gebrauch gemacht, die Aussage zu verweigern. Die Staatsanwaltschaft geht jedoch davon aus, ihn in der Hauptverhandlung durch Zeugen- und Sachbeweise der ihm angelasteten Taten überführen zu können.

Von Dennis Klüting

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