Weißes Moor: Tobias Tantius arbeitet an Dokumentation über spezielle Geschichte

Caesar – ein Fahrrad aus Gifhorn

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Tobias Tantius aus Weißes Moor arbeitet an einer Dokumentation über ein fast vergessenes Rad aus Gifhorn: Caesar.

msc Weißes Moor. Eigentlich ist der Autor Tobias Tantius seinen Lesern aus einem anderen Genre bekannt – dem Mystery-Roman. Jetzt bewegt sich Tantius in einem anderen Gebiet.

Derzeit arbeitet der Autor an einer Dokumentation über eine fast vergessene Fahrradmarke aus Gifhorn: Caesar. In den 50er und 60er Jahren sei von der Firma Hermann Recke Damen-, Herren- und Sportfahrräder unter dem Namen Caesar angeboten worden. „Recke war ein sehr bekannter Mann in Gifhorn, seine Räder aber fast vergessen“, sagt Tantius im IK-Gespräch.

Jetzt komme er zum Zug. Er möchte die Geschichte des Rades und die der Menschen, die dahinter stehen, aufrollen. Das sei eine Menge Forschungsarbeit gewesen.

Der Hintergrund für Tantius Interesse an diesem Rad: 1995 gründete Tantius das ET-Zweiradmuseum in Grußendorf. „Mein Vater und ich hatten einst solch ein Rad in der Hand und haben es leider wieder abgegeben“, erzählt der Autor. Damals sei ihm die Marke unbekannt gewesen. Ein Teil des Herstellers sei zudem nicht mehr lesbar gewesen. Da habe er mit Nachforschungen begonnen. Das Glück habe es gewollt, dass einige Zeit später er wieder ein solches Fahrrad in den Händen hielt. Dieses Mal ließ sich der Name „Recke“ deutlich erkennen. Tantius habe weiter geforscht, dabei mit vielen Menschen gesprochen, in Archiven und Museen nachgefragt und schließlich seine Ergebnisse zusammengeschrieben und bebildert. „Wir haben im Museum ein Motto: Räder, Menschen und Geschichten. Uns interessiert die Geschichte, die dahinter steht“, erklärt Tantius. Für ihn sei der Geschichtszusammenhang faszinierend: Recke hatte nicht nur ein Fahrradgeschäft und später auch eine Fahrschule – er verkaufte viele Räder an Pendler. Vorteil dabei war, dass diese ihre Räder auch bei ihm zur Reparatur abgeben konnten und sie am Abend nach der Arbeit wieder mitnahmen.

Solche Geschichten habe Tantius mit in die Dokumentation aufgenommen. Nun sucht er ein gut erhaltenes Caesar-Fahrrad sowie alte Unterlagen wie zum Beispiel Kaufbelege, um noch einen aktuellen Bezug in der Dokumentation herzustellen. Diese soll dann als Begleitheft – vorerst jedoch nur als eBook – zur Dauerausstellung des Zweiradmuseums Ende Januar für alle Interessierten zu haben sein.

Übrigens: Das Besondere an den Caesar-Rädern: Die Fahrräder haben ein besonderes Emblem. Unterhalb des Bildes und der Schrift von Caesar ist das Gifhorner Horn und der Löwe abgebildet. Das sei laut Tantius einzigartig, denn so habe sich Recke selbst beim Emblem eingebracht und nicht nur der Hersteller.

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