Erhöhung der Anbieter regt zum Sparen an / Klassifizierung von Geräten beachten / LED-Umstellung in Gemeinde

Bewusst mit Strom umgehen

Die Qual der Wahl hat der Käufer bei der Auswahl der elektronischen Geräte. Er sollte die Klassifizierung beachten. Foto: dpa

Landkreis Gifhorn/Wesendorf. Wenn Ladungsträger wie Elektronen und Ionen in Bewegung kommen, dann springt das Brot aus dem Toaster, wir können das Licht anschalten, kochen oder auch Wäsche waschen: Ohne Strom geht heute fast nichts mehr.

Die Erhöhung der Strompreise gibt zu denken und zu bedenken, wie in Zukunft weiterhin an Strom gespart werden kann, sodass der Verbraucher nicht tiefer in die Tasche greifen muss.

„Strompreise sind sehr stark von den jeweiligen Lebensgewohnheiten abhängig“, weiß die Pressesprecherin des LSW, Birgit Wiechert. Es gilt, sich bewusst Gedanken über den eigenen Stromverbrauch und dem Umgang mit Strom zu machen. „Ist ein zweiter Kühlschrank wirklich nötig? Kaufe ich Energiesparlampen? Müssen Lampen im Haus brennen, wenn der Besitzer gar nicht im Zimmer ist?

Man kann Strom sparen, wenn man sich mit solchen Fragen auseinandersetzt“, erklärt Wiechert. Häufig kann auch in der Verwendung mit Strom eingespart werden: „Natürlich kann man den Schleudervorgang in der Waschmaschine so stellen, dass es pflegender für die Wäsche ist. Dann ist aber auch davon auszugehen, dass bei weniger Umdrehungen auch mehr Restfeuchte bleibt und dann der Trockner mehr Leistung erbringen muss“, gibt die Pressesprecherin zu bedenken. Gerade der Wärmetrockner sei sehr stromintensiv.

Birgit Wiechert betont auch, dass sich durch den richtigen Gerätekauf bereits einiges an Strom sparen ließe. „Bei Kühlschränken zum Beispiel ist es wichtig, dass sie im richtigen Effizientsbereich liegen – das wird nach dem Eurolabel gemessen – die Klassifizierung A ist wichtig“, erklärt Wiechert.

Das bestätigt auch Matthias Rönneberg, Inhaber von EP Rönneberg in Wittingen. „Es gibt einige Möglichkeiten Strom zu sparen. Am einfachsten ist dies, wenn man Geräte, die man gerade nicht benutzt, vom Strom nimmt“, erklärt der Fachmann.

Dies könne dann aber auch zu technischen Problemen führen, da manche Geräte auch im Standby arbeiten und so immer Strom benötigen.

Rönneberg betont die verschiedenen Kategorien, auf die beim Kauf geachtet werden sollte. A+ ist ein solches Kennzeichen. „A+ ist der beste Wert bei einem Fernsehgerät. Heute gibt es ja immer mehr mit LED. Vorteil davon ist, dass die Hintergrundbeleuchtung nicht mehr durch Röhren gewährleistet ist. LED-Geräte besitzen eine bessere Bildqualität, sind leuchtintensiver und verbrauchen zusätzlich weniger Strom. Eine gute Lösung“, erklärt Rönneberger.

Zum Vergleich: Bei einem Röhrenfernsehgerät mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern verbraucht dieser 110 bis 120 Watt in der Stunde. Bei einem LED-Gerät gleicher Größe liegt der Stromverbrauch bei 50 Watt in der Stunde. Ein enormer Unterschied, der sich rechnet. „Auch, wenn die Bildschirmgröße ansteigt, wird mit LED weniger Strom verbraucht“, sagt der EP-Experte. Er gibt aber auch zu Bedenken, dass Energiesparen auch auf Kosten der Qualität gehen könnte: „Natürlich kann man Energie sparen aber es kann auch sein, dass dann die Bildqualität sinkt.“ Am besten, so sei es, einfach alles ausschalten, was nicht gebraucht werde. „Bei Fernsehgeräten ist es aber auch so, dass diese nicht die großen Stromfresser sind. Da gibt es ganz andere Geräte, die bis zu 24 Stunden am Tag angeschlossen sind“, weiß Rönneberg.

Dazu gehören vor allem Kühlschränke. „Manchmal ist es besser eine Investition zu tätigen und einen höheren Einkaufspreis zu bezahlen. Dann lässt sich aber zukünftig an Strom sparen“, appelliert Birgit Wiechert vom LSW.

„Wir leihen auch Strommessgeräte aus, damit Verbraucher sehen, wo überall Strom genutzt wird. Häufig nehmen die das nämlich gar nicht bewusst wahr“, zeigt Wiechert auf.

Aber nicht nur die Bürger versuchen zu sparen, sondern auch die Gemeinden im Landkreis. So stellt die Samtgemeinde Wesendorf auf LED um und zwar bei ihrer Straßenbeleuchtung. „Wesendorf soll komplett in LED erstrahlen“, sagt Samtgemeindebürgermeister Walter Penshorn. Ganz Wesendorf wird also umgestellt. Teilweise ist dies schon geschehen und auch im kommenden Jahr wird es weiter gehen. Die Aufträge dafür sind teilweise schon vergeben worden. Ziel ist, Strom zu sparen. „Es beläuft sich auf eine rund 50-prozentige Einsparung, wurde von einem Ingenieurbüro ausgerechnet. Allerdings sind die Investitionskosten und die Umstellung auf LED-Masten umso kostspieliger“, erklärt Penshorn und fährt fort: „Das ist unser Beitrag zur Energiewende.“

Von Maike Scholz

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