Wesendorfer zu Gast im ungarischen Paka / Partnerschaft besteht seit 20 Jahren

Am Anfang stand ein Brief

Jenö Czupi (v.l.) erläuterte Kurt Mielke und Wilhelm Bindig die Gebäude in einem Museumsdorf bei Paka. Fotos (3): Privat

Wesendorf/Paka. Alles begann mit einem Brief, der 1985 auf den Tisch des Wesendorfer Gemeinderates landet. Der Brief kam aus der west-ungarischen Gemeinde Paka. Der Grund: Auf dem Wesendorfer Friedhof liegen auch Soldaten aus diesem Ort, die bei einem Luftangriff 1945 auf den damaligen Wehrmachtsstandort starben.

Dieses traurige Ereignis bildete jedoch den Grundstein für eine länderübegreifende Freundschaft, die 1991 besiegelt und in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert.

Aus diesem Anlass brach die Sektion Ungarn des Partnerschaftskreises der Samtgemeinde Wesendorf am vergangenen Freitag zu einem Besuch im Südosten Europas auf, von dem die knapp 60 Wesendorfer am Dienstagnachmittag zurückkehrten. Wie der Sektions-Vorsitzende Wilhelm Bindig dem IK berichtete, sei die Fahrt wieder sehr schön, aber auch emotional gewesen.

Einer dieser bewegenden Höhepunkte spielte sich zu Beginn der offiziellen Feierstunde am Sonnabend ab. Als sich der Vorhang im örtlichen Kulturhaus hob, intonierte der Heidemusikcorps Kraniche Wesendorf die Nationalhymnen Deutschlands und Ungarns. „Eine Aktion mit großem Symbolcharakter“, schätzte Bindig ein. Es folgte ein abwechslungsreiches Programm mit Grußworten beider Gruppen.

Wesendorfs Bürgermeister Siegfried Weiß erinnerte an den ersten Kontakt zwischen Ungarn und Deutschen. Auch Samtgemeindechef Walter Penshorn ergriff das Wort.

Im Anschluss ging es an eine bei Paka liegende Verteidigungsanlage, die während des Kalten Krieges entstand. Auf Wunsch von Tibor Lukacs, Vorsitzender des ungarischen Freundeskreises, spielten die Kraniche dort noch ein weiteres Stück – „Ich hatt’ einen Kameraden“.

Bei all’ dem Gedenken und der Vielzahl emotionaler Momente sollten der Spaß und der Austausch nicht zu kurz kommen. Beim Gulaschkochen an zwei großen Kesseln erlebten die Gäste Ungarn pur. „Das ist eine Zeremonie, die sich über Stunden hinzieht“, berichtet Wilhelm Bindig. „Unsere Partnerschaft ist von einer besonderen Herzlichkeit geprägt“, erklärt der Sektions-Vorsitzende. Das äußert sich auch darin, dass einige Ungarn-Fahrer bereits vorher bei den Gastfamilien waren bzw. noch länger blieben.

Von Marco Heide

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare