Betzhorn: Kultur- und Landschaftsführer Heinrich Müller rechnet mit magerer Heideblüte im Heiligen Hain

„Alles vollkommen vertrocknet“

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Viel Hoffnung hat Kultur- und Landschaftsführer Heinrich Müller aus Zahrenholz nicht für eine prächtige Heideblüte in diesem Jahr.

Betzhorn/Zahrenholz. „Oh je, das sieht richtig mies aus!“ Heinrich Müller schüttelte am Donnerstag abschätzig den Kopf, als er die Heide im Heiligen Hain in Betzhorn in Augenschein nahm.

Der Kultur- und Landschaftsführer aus Zahrenholz rechnet für große Teile des Gebiets mit einer sehr schlechten Heideblüte – wenn es denn überhaupt eine gibt.

„Ob das in diesem Jahr überhaupt was wird, ist fraglich“, so Müller. Die langanhaltende Trockenheit hat den Pflanzen arg zugesetzt, fast überall sind sie völlig ausgedörrt. „Da hilft es auch nicht viel, wenn es jetzt mal ein, zwei Tage lang regnet“, sagte Müller. „Der Boden ist sehr sandig und könnte die Feuchtigkeit gar nicht lang halten.“ Die Pflanzen würden vielleicht noch ergrünen, aber ob es zur Blüte reiche, bezweifelte der Zahrenholzer stark. „In den Randgebieten könnte das vielleicht klappen“, vermutete Müller beim Betreten des Heiligen Hains. Und er sollte Recht behalten, erste Pflanzen zeigten vereinzelt schon kleine Blüten. „Aber eine richtige Blüte... das wird dieses Jahr schwierig.“ Er zeigte auf die weite Heidefläche. „Man sieht es ja: Alles vollkommen vertrocknet.“

Selbst die sonst so widerstandsfähigen Wacholderbüsche hatten sichtliche Schäden durch die Dürre davongetragen. „Unter normalen Umständen ist Schnee das Einzige, was einem Wacholder nicht guttut“, erklärte Müller. „Dann neigen sich die Äste unter dem Gewicht des Schnees und kommen nie wieder in ihre ursprüngliche Form zurück.“

Unter der Trockenheit leidet aber auch der gefährlichste Schädling für den Heiligen Hain: der Heideblattkäfer. Er mag es gern feucht und hat damit in diesem Jahr keine guten Karten. „Generell gibt es in diesem Jahr ausgesprochen wenig Insekten im Heiligen Hain“, fand Müller.

Eine Pflanze, die mit der Trockenheit hingegen gut zurechtkommt, ist die spätblühende Traubenkirsche, die auch als Amerikanische Traubenkirsche bekannt ist. „Die Blätter sind wie Leder, der macht dieses Wetter nichts aus“, erklärte der Zahrenholzer. Die Früchte sind süß und werden gern von Vögeln gegessen, die die Steine auswürgen und dadurch für die Verbreitung des Rosengewächses sorgen.

Von Dennis Klüting

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