1. az-online.de
  2. Isenhagener Land
  3. Wesendorf

Wahrenholzer Kita: 40 Pakete für die Wittinger Tafel

Erstellt:

Von: Pascal Patrick Pfaff

Kommentare

Kinder und Kita-Leitung mit den Geschenken/Spenden für die Wittinger Tafel
Nicht mehr lange bis Weihnachten: Und die Kinder freuen sich, einmal selbst Geschenke zu verteilen. © Pfaff, Pascal Patrick

Ein Schneemann hängt am Weihnachtsbaum in der Kita in Wahrenholz. Aus Stoff zwar, erinnert er mit seiner Karottennase schon sehr an seine großen Verwandten, die – aus Flocken geformt – zur Winterzeit in so manchem Garten stehen.

Wahrenholz – Während letztere in die Ferne oder ein Wohnzimmerfenster schauen, blickt der Plüsch-Schneemann auf einen Haufen Geschenke. Sie stapeln sich vor ihm. Und das hat einen Grund: Die kleinen Bewohner der Kita.

„Wir haben gesammelt für die Kinder, die nichts zu Weihnachten bekommen.“ Lene lächelt, als sie das sagt. Um kurz danach rauszugehen. Mit blauer Jacke, roter Mütze und gleichfarbigem Schal gekleidet, bringt sie die Pakete, auf die der Plüsch-Schneemann noch eben sein wachsames Auge hatte, hinaus in den kalten Dezembermorgen. Da steht ein Transporter. Es ist das Fahrzeug von Kerstin Gaillaert. Die Chefin der Wittinger Tafel wartet bereits auf Lene und die anderen Kinder. Sie alle bringen nämlich die Päckchen aus der Kita und helfen beim Beladen des Autos. „Es ist schon enorm, was die Kleinen hier zu Stande bringen“, so Gaillaert.

Sie meint damit die 40 Geschenk-Pakete, die von den Kindern und ihren Eltern zusammengestellt wurden. Gefüllt mit Schokoweihnachtsmännern, Pixi-Büchern oder auch Zahnpasta, kommt der aus zum Teil Privatbesitz stammende Inhalt Bedürftigen zu Gute. Genauso wie die acht Lebensmittel-Päckchen. Kartons mit Konserven, Tee und Keksen, aber auch Mehl, Öl und Nudeln.

Gaillaert: „Würde alles heute ausgegeben werden, wäre es schnell leer. Wir verteilen die Dinge über Weihnachten. Davon profitieren dann alle.“

Kinder übernehmen Verantwortung

Profiteure der Aktion sind aber nicht nur Bedürftige. Auch die Kinder der Kita gehören dazu. Denn sie lernen früh, soziale Verantwortung zu übernehmen, wie Kita-Leiterin Marion Weseloh betont: „Es ist ein Stück weit eine Bewusstmachung, wie gut es uns in Deutschland geht und wie wichtig es ist, ärmere Menschen zu unterstützen.“

Für derart bedeutende Aktionen, so sagt es Weseloh, kommt eigens ein Kita-Rat zusammen. Dies ist eine Gruppe aus sechs Kindern im Alter zwischen vier und sechs Jahren, die über das Vorgehen spricht. Jedoch immer im Beisein und unter Beteiligung aller Kita-Kinder. „Dabei geht es vor allem darum, wer zu der Aktion was mitbringt“, erklärt die Kita-Chefin.

Dass sich in diesem Jahr die Wittinger Tafel über die Geschenke der Kinder freuen darf, ist auf den zehnköpfigen Eltern-Rat zurückzuführen. Der entschied sich Weseloh zufolge dieses Jahr für die Einrichtung aus der Brauereistadt, nachdem an Weihnachten 2021 der Hilfsfonds „Kinder brauchen Zukunft“ mit einer Spende bedacht wurde. „Es ist vielleicht nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, sagt Weseloh und hält kurz inne.

Um mit fester Stimme anzufügen: „Aber wir haben unser Ziel erreicht, wenn Kinderaugen strahlen.“

Auch interessant

Kommentare