Weiter Diskussionen um das Podest

Zweiter Rettungsweg an Sprakensehler Grundschule rechtlich in Ordnung

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Der zweite Rettungsweg an der Sprakensehler Grundschule: Im Ernstfall muss eine Leiter an die Außenplattform angelegt werden, um die Kinder aus dem Obergeschoss herunterzuholen.

Sprakensehl/Hankensbüttel – Rechtlich ist das Ganze in Ordnung, aber dennoch entzünden sich rund um den umstrittenen zweiten Rettungsweg an der Sprakensehler Grundschule immer wieder Diskussionen. So auch jetzt im Feuerschutzausschuss der Samtgemeinde Hankensbüttel.

Zur Situation: Im Ernstfall sollen die Kinder durch die Lehrkraft zum Fenster geführt werden, wo es auf eine Außenplattform geht. Bis die Feuerwehr eintrifft, vergeht eine Weile. Dann werden Leitern angelegt und die Kinder einzeln von den Feuerwehrleuten heruntergeholt.

„Es ist aus meiner Sicht unmöglich, die Kinder rechtzeitig aus der Grundschulze zu bekommen“, sagt BLH-Ratsherr Ernst Bludau über den Ernstfall. Von dort oben aus hätten sie im Falle eines Brandes keine Fluchtmöglichkeit. Im Fall von Panik könne man die Kinder nicht beruhigen.

Wolfgang Gartzke (WSH) machte sich dafür stark, dass es besser auf der anderen Fensterseite eine fest installierte Plattform samt Treppe geben sollte, die zum Eingang der Hausmeisterwohnung herabführen würde. „Wer von uns würde sein Kind auf ein Podest in dieser Höhe bringen, wenn es hinter oder unter ihm brennt?“ Außerdem sei nicht gewährleistet, dass eine Leiter zur Verfügung stehe: Das Sprakensehler Tanklöschfahrzeug werde gerade repariert.

Der entscheidende Satz im Brandverhütungsschau-Bericht des Landkreises lautet: „Nach erfolgtem Einbau des Rettungspodestes [...] und/oder erfolgter Prüfung kann das Rettungspodest als anleiterbare Stelle angesehen werden.“ Insofern sei es möglich, dass sich in den Räumen, von denen aus das Rettungspodest zugänglich ist, maximal zwölf Personen aufhalten, heißt es in dem Bericht. Die- Brandschutztür T30 RS zum Treppenraum sei geschlossen zu halten, um im Ernstfall ein entsprechendes Zeitfenster zu schaffen. „Das Rettungspodest ist abgenommen und legitimiert“, betonte Samtgemeindebürgermeister Andreas Taebel. Wenn man mehr Brandschutzmaßnahmen fordere, müssten diese auch bezahlt werden.

„Das Podest erfüllt die gesetzlichen Anforderungen. Ob es ideal ist, ist eine andere Geschichte“, sagte Ausschussvorsitzender Werner Rodewald (CDU). Sein Fraktionskollege Percy Pfeiff betonte, dass er bei einem „ohne irgendwelchen Mängel“ abgenommenen Podest keine Bedenken habe. Patrick Dammann von der Verwaltung unterstrich, dass künftig der Verwaltungstrakt oben in der Schule untergebracht sei – und keine Schüler. Gemeindebrandmeister Frank Imort, der auch schon vor Ort in Sprakensehl gewesen war, hob hervor: Wenn der Brandschutzprüfer sage, dass alles seine Richtigkeit habe, könne er selbst auch dem wenig entgegensetzen.

Bludau und allen Fraktionen soll nun Akteneinsicht gewährt werden. Außerdem wird in der Osterferien eine Übung durch die Feuerwehr stattfinden – das heißt ohne Schulkinder, aber mit Kindern aus den Jugendwehren.

VON PAUL GERLACH

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